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am 4. Oktober

Reparieren von Haushaltgeräten wird leichter

Rudi Anschober - Der nächste Etappenerfolg am Weg zur Kreislaufwirtschaft: jetzt braucht es weitere Anreize für KonsumentInnen und Unternehmen durch die nächste Bundesregierung.

Haushaltsgeräte wie unter anderem Kühlschränke, Waschmaschinen oder Geschirrspüler sollen künftig leichter zu reparieren sein, damit sie nicht zu früh entsorgt werden müssen. Die EU-Kommission plant neue Regeln für HerstellerInnen ab 2021, um Umwelt und Klima besser zu schützen. Ersatzteile müssen demnach mindestens sieben bis zehn Jahre nach Verkauf eines Geräts verfügbar und binnen 15 Tagen lieferbar sein. Zusätzlich sollen KundInnen besser über Instandhaltung und Reparatur von Geräten informiert werden.

"Reparieren statt Wegwerfen" - dieses Grundprinzip der Kreislaufwirtschaft ist eine große Chance für den Klimaschutz und verursacht viel weniger CO2-Emissionen - bis zu 24 kg CO2 können durch eine einzige Reparatur eingespart werden. Die Entscheidung der EU-Kommission den Zugang zu Ersatzteilen und zu Reparaturanleitungen maßgeblich zu erleichtern, ist einer der Schlüsselfaktoren und ein wichtiger Schritt zu einem nachhaltigen Europa. So werden Reparaturen wieder attraktiv, man spart Geld und reduziert Abfall.

Oberösterreich ist bereits jetzt Vorreiter beim Reparieren: Mit vielen Initiativen hat das Umweltressort den Weg von der Abfallwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft bereits konsequent eingeschlagen. Besonders erfolgreich erweist sich der vom Land Oberösterreich ins Leben gerufene Reparaturbonus. Rekordverdächtig: Seit Start im September 2018 konnten bereits 4.753 Förderungen ausbezahlt werden. Der oberösterreichische Reparaturbonus ist mittlerweile auch zum Vorbild für andere Bundesländer geworden. Das im September präsentierte Reparaturführer-Siegel erhalten ausschließlich Reparaturbetriebe, die im Reparaturführernetzwerk (www.reparaturfuehrer.at/ooe​) registriert sind. Dazu kommt in Oberösterreich die Unterstützung der Repair Cafés sowie das europaweite Erfolgsprojekt "ReVital".

Um die längere Nutzung und Wiederverwendung von Produkten noch attraktiver zu machen, sind durch die nächste Bundesregierung weitergehende steuerliche Anreize notwendig:

  1. die Reduzierung des Umsatzsteuersatzes für Reparaturdienstleistungen von 20% auf 10%.
  2. Arbeitskosten von Reparaturen elektrischer bzw. elektronischer Geräte sollen zu 50% von der Steuer abgesetzt werden können.
  3. Verpflichtung für HerstellerInnen bei Produktgestaltung die Austauschbarkeit von Ersatzteilen ohne Schaden zu ermöglichen.

Um Reparaturen in Oberösterreich und österreichweit weiter zu fördern, braucht es verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen. Wir forderen daher - wie in Schweden bereits erfolgreich praktiziert - eine starke Absenkung der Umsatzsteuer auf Reparaturen und die steuerliche Absetzbarkeit von Reparaturarbeiten. Es braucht außerdem eine Ausweitung der Verfügbarkeit von Ersatzteilen auf weitere Produktgruppen - auch für KonsumentInnen, die in den vielen Repair Cafés in Oberösterreich bereits vorbildlich Klimaschutz durch gemeinsames Reparieren leben.

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