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am 12. Februar

Nationalpark Kalkalpen: Handlungsbedarf

Gottfried Hirz, Maria Buchmayr - Nach dem Landesrechnungshofbericht heißt es, das Management dieses Naturjuwels auf die Kernaufgaben Naturschutz, Forschung, Bildung und Erholung zurückzubringen.

Der heute veröffentlichte Bericht des Landesrechnungshofes zum Nationalpark Kalkalpen ist alarmierend, das Management droht die Nationalpark-Idee offenbar aus den Augen zu verlieren. Es braucht eine Kurskorrektur der strategischen Ausrichtung, der Erhalt dieses Naturjuwels und Lebensraums, der Natur- und Artenschutz müssen wieder ins Zentrum rücken, nicht der touristische Nutzen.

Aufgrund der Probleme des Nationalparks Kalkalpen bei seiner gesetzlich festgelegten Aufgabenerfüllung fordern wir einen Richtungswechsel und Fokussierung des Managements auf die Ausgewogenheit bei den Kernaufgaben Natur- und Artenschutz, Forschung, Bildung und Erholung. Tourismus soll dabei nicht die dominierende Aufgabe des Nationalparks sein. Das ist Notwendigkeit und Chance zugleich, damit der Nationalpark Kalkalpen langfristig die Zielsetzungen der weltweiten Nationalpark-Idee wieder erfüllt.

Wir haben mit dem Nationalpark oberösterreichische Kalkalpen einen echten Schatz an Natur in unserem Bundesland, für dessen Sicherung sich im Vorfeld seiner Gründung im Jahr 1997 zahlreiche Menschen und NGOs engagiert haben. Er ist ein einzigartiges Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten – stellvertretend sei hier nur der Luchs genannt. Und er ist das größte Waldschutzgebiet Österreichs – eine grüne Lunge - und damit eine wesentliche Säule für die Sicherung der Artenvielfalt und Biodiversität. Aus diesen Gründen ist uns die Sicherung und zukunftsfähige Weiterentwicklung des Nationalparks Kalkalpen enorm wichtig.

Die Sicherstellung der Kernaufgaben des Nationalparks beinhaltet, dass der finanzielle und personelle Ressourceneinsatz dem entsprechen muss. Der Landesrechnungshof attestiert einzelnen Projekten im Bereich Tourismus, dass diese nicht zu den Kernaufgaben gehören, insbesondere der mit hohen Ausgaben des Nationalparks verbundene Betrieb des Seminarhotels Villa Sonnwend. Hier ist möglichst rasch zu prüfen und zu entscheiden, ob der Beherbergungsbetrieb Villa Sonnwend – der von seinen Gästen mit hoher Zufriedenheit geschätzt wird - verkauft, verpachtet oder anderweitig genutzt wird. Bis die Kernaufgaben des Nationalparks gesichert sind, sollen größere neue Investitionen im Bereich Tourismus jedenfalls nicht mehr erfolgen.

Schwerwiegend ist der Hinweis des Landesrechnungshofs, dass die Nationalpark GmbH und ihre Geschäftsführung die Controlling- und Aufsichtsrechte der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich nicht entsprechend unterstützt und damit die Aufsicht erschwert. Das muss sich verbessern – die Zusammenarbeit zwischen Nationalparkgeschäftsführung und Landesaufsicht muss funktionieren und ist auch im ureigensten Interesse des Naturschutzes.

Wir unterstützen die zahlreichen Empfehlungen des Landesrechnungshofs für die Sicherung der Zukunft des Nationalparks Kalkalpen und werden diese auch ausführlich im nächsten Kontrollausschuss des oberösterreichischen Landtags am 25.02.2021 behandeln.

Erweiterungsplan für den Nationalpark Kalkalpen
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