Bezirkegruene.at
Navigation:
am 13. Juni

Nationalpark Kalkalpen - Erweiterung jetzt

Maria Buchmayr - Der erfolgreiche Nationalpark Kalkalpen feiert 20 Jahre Jubiläum - Der richtige Anlass, ihn endlich zu erweitern. Unsere Initiativen im oberösterreichischen und Steirischen Landtag: Gebiet um Haller Mauern, Bosruck und Warscheneck sollen in den Nationalpark Kalkalpen eingegliedert werden und durch Korridore mit den NP Gesäuse verbunden werden.

Mit seiner hohen Artenvielfalt und bestechenden Naturschönheit sind der Nationalpark Kalkalpen und der Nationalpark Gesäuse in der Bevölkerung bei allen beliebt und aus dem touristischen Angebot der Region nicht mehr wegzudenken. Auch wir verbringe dort viele Stunden unserer Freizeit, ob zum Wandern oder einfach nur um die Natur zu genießen. Auf steirischer Seite hat unser Kollege Landessprecher Lambert Schönleitner, den Nationalpark Gesäuse jahrelang gefordert und war Mitglied im Vorstand des Nationalparkvereins in der entscheidenden Phase seiner Gründung.​

Nationalpark feiert heuer 20-Jahr-Jubiläum – feiern wir mit ihm und schenken wir ihm ein Stück Natur

​​Wie bei der Gründung des Nationalparks Kalkalpen im Jahr 1997 vereinbart, soll die Errichtung etappenweise vorangehen. Jetzt, zwei Jahrzehnte danach, wäre es an der Zeit, den Nationalpark flächenmäßig endlich über den ersten Schritt hinaus einmal zu vergrößern. Heute feiern wir das 20 Jahre-Jubiläum, das wäre ein sehr schöner Anlass zur Erweiterung.​

Erweiterung im Gesetz seit 20 Jahren vorgesehen - Umsetzung jetzt

Im oberösterreichischen Nationalparkgesetz von 1997 ist eine Ausweitung um die Haller Mauern und das Tote Gebirge vorgesehen. Die Nationalparkerweiterung um diese Bereiche der Haller Mauern und des Bosruck sowie in späterer Folge des Warscheneck würde vor allem die dort bereits existierenden Naturschutzgebiete umfassen, die in Teilbereichen noch zu ergänzen sind.

Noch dazu gehören ein Großteil der Flächen den österreichischen Bundesforsten, und sind damit im Staatsbesitz. Das heißt eine Erweiterung des Nationalparks um diese Flächen ist nicht nur im Gesetz vorgeschrieben, sondern wäre auch auf Grund der Besitzverhältnisse relativ einfach umzusetzen.


Erweiterungsplan für den Nationalpark Kalkalpen
Geplante Erweiterung des Nationalparks Kalkalpen

Unsere Initiativen in Oberösterreich und der Steiermark

Aus diesem Grund haben wir im Mai-Landtag die Nationalpark-Erweiterung per Initiativantrag eingebracht. Ganz wichtig wäre es, ein Schutzgebietsnetz durch eine nachhaltige Verbindung von geschützten Lebensräumen herzustellen, um die Wanderungsmöglichkeiten bedrohter Arten zu sichern. Dazu sollen der Nationalpark Kalkalpen und der Nationalpark Gesäuse durch Korridore und naturnahe Trittsteinflächen verbunden werden. Entscheidend dabei wird sein, dass Bund, Land Oberösterreich, Gemeinden und GrundeigentümerInnen gemeinsam an der Weiterentwicklung des Nationalparks Kalkalpen arbeiten, koordiniert mit dem Nachbarbundesland Steiermark.

Der Nationalpark ist eine Visitenkarte für den Naturschutz. Unser Ziel ist ein großes Schutzgebiet von europäischer Bedeutung im Herzen Österreichs​.

Die länderübergreifende wirtschaftliche Stärkung des Bereichs Kalkalpen ist für die gesamte Region von großer Bedeutung. Hier geht es auch um den Ausbau des Qualitätstourismus. Damit haben wir große Chancen im internationalen Tourismus und auch die wertvolle Forschungsarbeit kann weiter intensiviert werden.

Antrag wird im steirischen Landtag noch diesen Monat erstbehandelt

Der Nationalparkstatus bietet deutlich bessere Schutzmöglichkeiten als der in Teilen der Erweiterungsflächen existierende Naturschutzgebietsstatus. Werden Erweiterungsflächen auch als Natura 2000-Gebiete nachnominiert, wäre dies ein Beitrag zur Erfüllung der aktuell hohen Gebietsnachforderungen der EU-Kommission im Rahmen des Natura 2000-Vertragsverletzungsverfahrens.

Und: Durch die Erweiterung würden neue Impulse für den Ganzjahrestourismus in der Region erfolgen, der sich stark auf eine intakte Natur stützt. Daher bringen unsere KollegInnen in der Steiermark nun einen Selbstständigen Antrag ein, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, "die Erweiterung des Nationalparks Gesäuse in Angriff zu nehmen und zu diesem Zwecke begleitend die Schutzgebiets- und länderübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarbundesländern Oberösterreich und Niederösterreich zu forcieren."

Der Antrag wird noch in diesem Monat im zuständigen Landtagsausschuss erstbehandelt werden.

Chancen einer Erweiterung des Nationalpark Kalkalpen: 
  • Der Nationalparkstatus bietet in einzelnen Aspekten bessere Schutzmöglichkeiten als der in Teilen der Erweiterungsflächen existierende Naturschutzgebietsstatus (z.B. kann die Bejagung ausgesetzt werden).
  • Werden Erweiterungsflächen auch als Natura 2000-Gebiete nachnominiert, wäre dies ein Beitrag zur Erfüllung der aktuell hohen Gebietsnachforderungen der EU-Kommission im Rahmen des Natura 2000-Vertragsverletzungsverfahrens.
  • Das infolge von Rechtsgutachten vor kurzem ausgelöste Ende der Zusammenlegungsambitionen der Skigebiete Höss und Wurzeralm ist eine gute Gelegenheit, dem Ganzjahrestourismus in der Region, der sich stark auf eine intakte Natur stützt, neue Impulse zu geben. Mit einer Nationalparkerweiterung muss klargestellt sein, dass die Skischaukelambitionen durch das bestehende Naturschutzgebiet am Warscheneck tatsächlich Geschichte sind.
  • Nicht zuletzt erleichtert ein konkreter Erweiterungsauftrag für den/die heuer neu zu bestellenden NationalparkdirektorIn die strategische Planung für die mittel- und langfristige Entwicklung des Nationalparks Kalkalpen.

Gerade die Pyhrn-Priel-Region wartet seit Jahren auf deutliche Tourismuswirtschaftliche Impulse. Mit den Skischaukelphantasien zwischen Wurzeralm und Höss wurden Jahre vergeudet. In der kürzlich für Ende 2017 anvisierten Fertigstellung einer Anpassung des Tourismuskonzepts für die Region an die neuen Rahmenbedingungen ohne Skischaukel soll der Nationalpark Kalkalpen als Beitrag zum Ganzjahrestourismus entsprechende Berücksichtigung finden.

Kooperationsprojekt der Nationalparks: Schutz-Korridore und naturnahe Trittsteinflächen sollen Austausch und Vielfalt unter den Tieren sicherstellen

Aus dem Projekt Netzwerk Naturwald liegt für die Region zwischen den Schutzgebieten Nationalpark Kalkalpen, Nationalpark Gesäuse und Wildnisgebiet Dürrenstein eine konkrete Planung für einen Schutzgebietsverbund vor. Dies ermöglicht den Verantwortlichen die Umsetzung eines Biotopverbundes gemeinsam mit den GrundeigentümerInnen. Derzeit laufen Gespräche und in weiterer Folge Verhandlungen mit den GrundstückseigentümerInnen, potentielle Waldflächen als Schutzkorridore auszuweisen.

In den vergangenen Jahren konnten bereits drei dieser Trittsteinflächen mittels Vertragsnaturschutz gesichert werden, zwei davon in der Steiermark und eine in Oberösterreich.

Mountainbike-Tour als Symbol für das Zusammenwachsen

Ein aktuelles positives Beispiel zur Förderung des Ganzjahrestourismus ist das Projekt "Trans Nationalpark", das die zwei Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse und damit zwei Bundesländer mit einer gemeinsamen Mountainbike-Tour verbindet. Und die ist mit ihrer Strecke von 11.500 Höhenmetern und 450 Kilometern in 10 Tagen ein richtiges Highlight. Die Trans Nationalpark wird im Juli 2017 eröffnet.

Mach die Welt grüner - Mitglied werden