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am 9. August

Land­wirt­schaft hat Klimakrise mitverursacht

Stefan Kaineder - Sie kann aber auch helfen, die Klimakrise zu lösen. Dazu braucht es einen Umbau des Systems der Agrarförderungen

Die Botschaft dieses Berichts ist ganz klar. Wir können nicht weitermachen wie bisher, auch nicht in der Landwirtschaft und damit in unserem Ernährungssystem. Diese Faktoren sind für 23 Prozent der vom Menschen verursachten klimaschädlichen Gase verantwortlich und befeuern damit den Klimawandel. Weg von der großindustriellen Landwirtschaft, Massentierhaltung und Chemie hin zu Bio, Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Landwirtschaft hat die Klimakrise mitverursacht, sie kann aber auch helfen, sie zu lösen.

Einerseits tragen Verwendung von Kunstdünger, offene Ackerböden im Winter oder Soja-Importe und damit verbundene Regenwaldrodungen zur Klimakrise bei. Andererseits bietet die Land- und Forstwirtschaft die einzig wirkliche Möglichkeit, den Kohlenstoff wieder im Boden und als Holz zu binden. Damit die Landwirtschaft ihren Beitrag gegen die Klimakrise leisten kann, braucht es zuerst:

  • einen radikalen Umbau des Systems der Agrarförderungen, das aktuell auf EU-Ebene für die nächste EU-Förderperiode ab 2021 verhandelt wird: Industrielle Tierhaltung soll nicht mehr mit Steuergeld subventioniert werden. Stattdessen sollen Betriebe bei der Umstellung auf klimaschonende und tierwohlgerechte Produktionsmethoden unterstützt werden.
  • mehr Transparenz: Tierische Lebensmittel - und besonders Fleisch -, die in der Gastronomie und Hotellerie angeboten werden, müssen so rasch wie möglich verpflichtend nach ihrer Herkunft und nach den Haltungsbedingungen gekennzeichnet werden.
  • öffentliche Hand als Vorreiterin: In öffentlichen Küchen und Kantinen soll der Anteil an biologischen und regionalen Lebensmitteln gesteigert werden, mehr und qualitativ besseres fleischloses Essen angeboten werden.

Wenn die Produktion und der Konsum von Fleisch reduziert wird, hat das nicht nur positive Effekte für den Klimaschutz, es ist auch gut aus Tierschutzsicht und aus ökologischer Perspektive. Und eine ausgewogene Ernährung, die verstärkt auf Gemüse und Getreide setzt, verbessert auch unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

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