Bezirkegruene.at
Navigation:
am 1. Mai

Kochrezepte sind politisch

ooe.planet Redaktion - Mut, politischer Wille, aber auch Kochrezepte können die Welt zum Besseren verändern, meint Sarah Wiener, die nun für die Grünen bei der EU-Wahl auf Platz zwei kandidiert.

Dass Sarah Wiener nicht nur eine bekannte Fernsehköchin ist, hat sie schon mehrmals bewiesen. In ihren Interviews der letzten Jahre kritisiert sie immer wieder die europäische Agrarpolitik, große Nahrungsmittelkonzerne und prangert die Methoden der Saatgut-Goliaths an. So engagiert sie sich auch als Patin für den Film "Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen". In diesem Doku-Film kommen AktivistInnen zu Wort, die sich für Saatgutvielfalt einsetzen. "Das hat mich sehr beeindruckt, wie viel Freude Menschen haben, die Saatgut schützen. Sie sind für mich glückliche HüterInnen des Grals. Denn man muss für diese Vielfalt kämpfen, weil ein paar Agrarchemie-Konzerne dabei sind, das Saatgut zu monopolisieren und damit bestimmen, was wir essen." Noch gibt es aber eine unglaubliche Vielfalt von Saatgut und auch von Sorten. Schätzungsweise gibt es weltweit noch 100.000 Tomatensorten und noch über 300.000 Reissorten.

Brauchen viele Davids

Sarah Wiener fordert daher Saatgutzüchtungen, die unabhängig sind von Konzerninteressen. BäuerInnen haben über zehntausende von Jahren die Saatgutvielfalt geschaffen. Das Saatgut gehört nur in ihre Hände. "Wir brauchen den politischen Willen und Mut, die Monopole aufzubrechen, beziehungsweise solche Monopole mit rechtlichen Mitteln unmöglich zu machen. Dafür braucht es Aufklärung und politischen Druck." Wiener hofft dabei neben der Politik auf eine aktive Zivilgesellschaft: "David wird nicht allein gewinnen. Es braucht viele Davids."

In einer grünen Familie großgeworden

Auf die Frage, wieso sie nun für die österreichischen Grünen kandidiert, meint sie: "Ich bin in einer grünen Familie groß geworden und fühle mich hier zugehörig. Die grünen Werte sind mir wichtig, und ich bin ihnen schon lange verbunden. Die Herausforderungen, vor denen Europa aktuell steht, haben mich allerdings überzeugt, dass es an der Zeit ist, selbst aktiv zu werden. Die Grünen verkörpern eine Politik, die ich immer schon geteilt habe: Für Klimaschutz, für gesundes Essen und für eine Gesellschaft, die zusammenhält. Damit war klar: Wenn ich mich politisch engagiere, dann für die Grünen."

Ihre Kandidatur sieht sie als Neuland und Abenteuer, die ihr Leben verändern wird. "Ich weiß, dass ich eine steile Lernkurve vor mir habe. Ich bin allerdings überzeugt, dass wir gemeinsam sehr viel bewegen können!"

Rezepte können Politik verändern

Sarah Wiener bezeichnet sich selbst als respektvolle, aber rezeptlose Köchin. "Ich liebe gute Rezeptbücher, von den Rezepten lasse ich mich inspirieren. Ich schreibe auch Rezeptbücher als Inspiration und als Boden, auf dem andere tanzen können. Für mich ist jedes Rezept politisch. Rezepte machen Aussagen und sie haben Auswirkungen, vor allem beim Einkauf von Zutaten. Wer Bio kauft, entscheidet sich für eine Landwirtschaft, die die Natur, den Boden und das Klima schützt. Damit können und müssen wir die Welt zum Besseren ver­ändern."

Text: Marco Vanek

Sarah Wiener an einem Bienenstock
Sarah Wiener: "Wer Bio kauft, entscheidet sich für eine Landwirtschaft, die Natur und das Klima schützt."
Sarah Wiener
Sarah Wiener

... wurde zwar in Westfalen geboren, wuchs aber in Wien auf und fühlt sich entsprechend als "echte Wienerin". Die erfolgreiche Unternehmerin – Wiener betreibt ein Restaurant, eine Bäckerei und ein Catering-Unternehmen – engagiert sich für gute Lebens­mittel, Tierzucht und die Umwelt. Aktuell unterstützt sie den Kinofilm "Unser Saatgut", der seit April auch als DVD und Download erhältlich ist (wfilm.de/unser-saatgut​). Seit fünf Jahren ist Sarah Wiener Mit-Eigentümerin vom Gut Kerkow, einem biologisch bewirtschafteten Hof in der Uckermark. Mit ihrer Stiftung (sw-stiftung.de​) engagiert sich die 56-Jährige für Ernährungs­bildung für Kinder.​

Werner Kogler
Werner Kogler

… sorgte im Dezember 2010 für Aufsehen, als er gegen die Sparpläne der Regierung im Wirtschaftsausschuss des Nationalrats 12 Stunden und 42 Minuten angeredet hat. Und er hat stets zur Sache gespro­chen, wie ihm damals ein politischer Mitbewerber zu­gestanden hat. Werner Kogler war mit 23 Jahren (von 1985 – 1988) der jüngste Grazer Gemeinderat für die Alternative Liste. Nach dem Volkswirtschaftsstudium war er Referent im Grünen Parlamentsklub, von 2000 – 2017 Nationalratsabgeordneter, Vorsitzender des Rechnungshofausschusses, Wirtschafts-, Finanz- und Budgetsprecher, Europasprecher. Und jetzt ist Kogler Parteichef und Spitzenkandidat der Grünen für die EU-Wahl.

Wir brauchen Dich! - Jetzt Mitglied werden!