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am 28. Juli

Klimaschutz Österreichs und der EU versagt

Rudi Anschober - Zwei Klimagipfel: Für Top-WissenschafterInnen und Spitzenpolitik

Die Auswirkungen der Klimaveränderungen werden seit Monaten weltweit immer deutlicher sichtbar - Extremwetter nimmt zu. Durch die Erderwärmung sind häufigere und schlimmere Hitzewelle und Extremniederschläge physikalisch zu erwarten und KlimaforscherInnen haben seit langem davor gewarnt. Eine signifikante weltweite Zunahme solcher Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten wurde bereits nachgewiesen. Dieser Trend wird sich nur dadurch aufhalten lassen, dass das Pariser Klimaschutzabkommen endlich konsequent umgesetzt wird. Auch Oberösterreich ist davon betroffen, das hat erst vor wenigen Tagen ein Lokalaugenschein am Dachstein-Gletscher durch das oberösterreichische Gletschermessprogramm belegt.

Aber auch die Entwicklung von Temperaturen und Niederschlägen in den vergangenen Monaten in Oberösterreich belegen das (Beispielwerte von Linz Stadt; in Klammern jeweils der Durchschnittswert der letzten Jahrzehnte):

  • Juli 2018: 21,4 Grad Celsius (20,1 Grad) - Niederschlag 29mm (94mm)
  • Juni 2018: 20,8 Grad Celsius (18,2 Grad) - Niederschlag: 55mm (90mm)
  • Mai 2018: 19,1 Grad Celsius (15,6 Grad) - Niederschlag: 12mm (59mm)
  • April 2018: 16,3 Grad Celsius (10,8 Grad) - Niederschlag: 35mm (26mm)

Und die nächsten Tage und Wochen werden laut Prognose noch heißer. Und das ist erst der Anfang einer drohenden Klimakrise, falls wir nicht endlich entschieden gegensteuern.

Der vor Kurzem publizierte Klimaschutzbericht 2018 des Umweltbundesamtes im Auftrag des Umweltministeriums zeigt jedoch, dass Österreich absolut nicht auf Kurs ist, sondern derzeit eines der Schlusslichter beim Klimaschutz in Europa: Von 1990 bis 2016 ist der Ausstoß von Treibhausgasen nicht gesunken, sondern sogar um 1,2 Prozent angestiegen (im EU-Durchschnitt kam es zu einer Verringerung um über 20 Prozent. Das Hauptproblem stellt der Verkehr dar, im Sektor Verkehr sind die Emissionen der Treibhausgase sogar um 66,7 Prozent gestiegen.

Zur Umsetzung des Pariser Weltklimavertrages - dem absoluten Muss zur Zukunftssicherung unserer Kinder - muss Österreich einen Beitrag in Höhe einer Emissionsabsenkung um 36 Prozent bis 2030 leisten. Mit der nun von der Bundesregierung vorgelegten neuen Klimastrategie wird sich dies nicht verwirklichen lassen. Wir haben daher so wie die KlimareferentInnen der anderen Bundesländer der Bundesregierung eine intensive Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des nun erforderlichen Klimaplans angeboten, der voraussichtlich bis Jahresende der EU-Kommission vorgelegt werden und die konkreten Klimaschutzmaßnahmen zum Erreichen des Klimaziels beinhalten muss.

Um Öffentlichkeit und Politik wachzurütteln, planen wir nun zu zwei großen Klimagipfeln nach Oberösterreich einzuladen: Am 17. Oktober werden in Linz die Top-KlimaforscherInnen ihre Analysen und Prognosen vorlegen - unter anderem Europas führender Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Und die ganze Dramatik möchten wir am 17. Juli des kommenden Jahres EntscheidungsträgerInnen aus der EU, der Bundesregierung, der Bundesländer und dem Land Oberösterreich auf dem Dachsteingletscher zeigen.

Bei einem Lokalaugenschein soll das dramatische Ausmaß der Gletscherschmelze sichtbar gemacht werden. Der Gletscher ist das Fieberthermometer des Planeten. Was heute dort passiert, droht unsere Zukunft zu werden. Falls wir nicht endlich konsequent handeln - das heißt raschere Energiewende, weg von den fossilen Energieträgern und vor allem Einleitung einer Verkehrswende mit einer raschen drastischen Verbesserung der umweltfreundlichen klimaschonenden Verkehrsträger wie öffentliche Verkehrsmittel und Radverkehr. Oberösterreich muss sich jetzt endlich auf den Ausbau der Öffis konzentrieren, damit die Bevölkerung eine echte Wahlfreiheit hat und wir die Emissionsverringerungen auch im Verkehr schaffen. Das ist der Schlüssel zur Zukunftssicherung für die nächsten Generationen.

Verdorrte Wiese
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