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am 16. März

Klimaschutz: Öllobby torpediert Bemühungen

Stefan Kaineder - Wir brauchen jetzt einen Schulterschluss zur klimaneutralen Transformation der Wirtschaft und Industrie. Die Jobs der Zukunft entstehen beim Klimaschutz.

Vor rund zwei Wochen haben wir gemeinsam mit der renommierten Klimaforscherin Dr.in Helga Kromp-Kolb neueste Forschungsergebnisse zur Klimakrise vorgestellt. Das Thema: "Unter welchen Bedingungen werden die Menschen in 80 Jahren leben müssen, wenn keine Klimaschutzmaßnahmen getroffen werden?" Dabei wird davon ausgegangen, dass die mittlere Temperatur bis 2100 um bis zu 4,8 Grad Celsius gegenüber dem Vergleichszeitraum 1971 bis 2000 ansteigen wird. Die gravierendste Auswirkung auf den Menschen wird dabei der Anstieg der Hitzetage um das Zehnfache sein. Neben der gesundheitlichen Herausforderung des Klimawandels für den menschlichen Körper werden mit diesem Temperaturanstieg die Wetterextreme und Naturkatastrophen immer wieder für gewaltige Schäden sorgen.

Der Grund, warum wir dieser bedrohliche Situation immer näher kommen, ist das enorme Freisetzen von CO2 durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Kohle. Wenn wir unseren Kindern und Enkelkindern diese unerträglichen Umstände nicht zumuten und wir ihnen einen lebenswerten Planeten übergeben wollen, müssen wir schleunigst eine Wende einleiten. In ganz Europa wird  am Erreichen der Klimaneutralität gearbeitet und mit großen Anstrengungen wird versucht, vom klimaschädlichen Öl wegzukommen.

Die Fachgruppe des Energiehandels in der oberösterreichischen Wirtschaftskammer scheint von dieser Entwicklung aber wenig erfreut zu sein. So haben sie vor rund drei Wochen einen Massenbrief an unzählige politische FunktionärInnen versendet, mit dem darin formulierten Wunsch, die fossile Vergangenheit möglichst lange fortzuschreiben. Die Mineralölwirtschaft versucht gerade, den Tausch von Ölheizungen hinauszuzögern, mit dem vagen Versprechen, es könnte in einigen Jahren etwas erfunden werden, mit dem die Ölheizung klimaneutral weiterbetreiben werden könne.

Jetzt stehen wir bereits mitten in einem Technologiesprung in ein neues Zeitalter. Dieses Zeitalter bedeutet, dass wir in wenigen Jahren weg vom klimaschädlichen Öl kommen müssen. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich muss hier als Verbündete auftreten. Denn der Klimaschutz ist eine große Chance für die innovative oberösterreichische Wirtschaft.

Das Energieinstitut der Johannes Kepler Universität hat in der im Vorjahr präsentierten Studie "Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durch Investitionen in erneuerbare Energien" analysiert, dass der Ausbau von erneuerbarer Energie in Österreich einen bedeutenden Konjunkturmotor darstellt und weist die positiven Ausprägungen für Beschäftigung, Bruttoinlandsprodukt und CO2-Reduktionen aus. Spannend ist dabei die Gegenüberstellung der Kosten mit und ohne Energiewende bis 2030: Die Kosten für den Import von fossilen Energieträgern werden dabei auf über 100 Milliarden Euro errechnet. Wobei dann noch mit Strafzahlungen an die Europäische Union in der Höhe von 9 Milliarden Euro zu rechnen sein wird. Dem gegenüber stehen die Kosten für die notwendigen Investitionen in die Energiewende mit rund 45 Milliarden Euro, die aber ein Beschäftigungswachstum von 100.000 Jobs generieren und das Bruttoinlandsprodukt um 10 Prozent erhöhen werden.

Diese Studie zeigt ganz klar, welcher Weg einzuschlagen ist. Wenn wir den Industriestandort Oberösterreich nachhaltig absichern wollen, braucht es diese mutige Schritte nach vorne in Richtung Energiewende, Verkehrswende und vor allem auch den Umbau zu einer klimafitten Industrie. An Ölheizungen festzuhalten, ist nicht nur zukunftsvergessen, es ist Lobbyarbeit für die Ölscheichs und Ölmagnaten dieser Welt. Wer die heimische Wirtschaft stärken will, setzt jetzt auf Biomasseheizungen "Made in Oberösterreich", die in den letzten Jahren zum Weltmarkt- und Welttechnologieführer aufgestiegen sind.

Herbert Ortner, Geschäftsführer und Gründer ÖkoFEN: "Der Klimawandel ist in allen Bereichen spürbar und wir sind die letzte Generation, die dagegen noch etwas unternehmen kann. Daher ist es nun höchste Zeit zu handeln und den CO2-Ausstoß zu verringern. Vor allem als Unternehmer will ich mit positivem Beispiel voran gehen. Mit dem Unternehmen ÖkoFEN setzen wir auf modernes, effizientes Heizen mit CO2-neutraler und erneuerbarer Energie aus Holzpellets. Seit nunmehr 30 Jahren verfolgen wir das konsequente Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu minimieren und die Energiewende aktiv voranzutreiben. Mit dem Heizen kann jeder jetzt schon beginnen, für den Klimaschutz aktiv zu werden. Mit jeder Pelletsheizung werden durchschnittlich 8,5 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart, das ist so viel wie die Emissionen von drei Dieselautos mit 15.000 Jahreskilometern."

Das Rückgrat und Jobmotor der oberösterreichischen Wirtschaft sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), wie auch die Industrie in unserem Bundesland. Die KMU gilt es zu unterstützen und bei dem notwendigensozial-ökologischen Strukturwandel unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig ist die  Industrie wichtige Partnerin und Verbündete. Nur in einem zukunftsgerichteten Miteinander können die vielfältigen Krisen bewältigt werden, die Arbeitsplätze, Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit der oberösterreichischen Wirtschaft erhalten und die Weichen hin zu Klimaschutz, Wohlstand und Gesundheit gestellt werden.

Wir können uns jetzt entweder mühselig mit den Mechanismen des letzten Jahrhunderts die Wirtschaft provisorisch zusammenbasteln oder wir können eine echte ökologische Zeitenwende einleiten. Wir haben jetzt die Chance mit einem Kraftakt zwei Krisen zu bewältigen.

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