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am 22. Jänner

Kälber: Förderung statt Langstreckentransporte

Johanna Bors, Gottfried Hirz - Die von ÖVP und FPÖ abgelehnte Übergangsförderung durch Oberösterreich würde als Übergangsregelung sofort greifen. Durch Stärkung des Heimmarktes und Aufklärung der KonsumentInnen können wir Tiertransporte eindämmen.

Die heute beschlossene Bundesresolution zur Einführung einer Vollmilchkalb-Prämie ist zwar ein wichtiger Schritt. Wir brauchen aber eine Landesförderung bis es eine bundesweite Regelung gibt. Tirol hat diese Überbrückung für 2021 beschlossen. Oberösterreich muss nun rasch aktiv werden. Deshalb ist es unverständlich und bedauerlich, dass ÖVP und FPÖ heute im Ausschuss unseren Antrag abgelehnt haben. Denn die Zeit drängt und die BäuerInnen brauchen unsere Unterstützung.

Fakt ist, dass durch den Gastronomie-Lockdown im Zuge der Covid-19-Pandemie die heimischen Fleischpreise weiter eingebrochen sind und damit die heimische Kälbermast noch unrentabler wurde. Das verstärkt einen schon bisher verheerenden Trend. Zu viele Kälber aus Oberösterreich werden in andere EU-Staaten, aber auch Drittländer exportiert, weil ihre Mast in Österreich aufgrund höherer Tierwohl- und Umweltstandards nicht konkurrenzfähig ist. Das führt dazu, dass mittlerweile rund 70 Prozent des in Österreich konsumierten Kalbfleisches importiert werden und nur 30 Prozent aus heimischer Produktion stammen. Diesen Trend müssen wir stoppen und dazu gehört eine sofortige Förderung der heimischen Kalbfleischproduktion.

Die gängige Praxis führt zu großen Strapazen für die Kälber bis hin zur Tierquälerei während überlanger Tiertransporte und bei untragbaren Schlachtmethoden in Drittstaaten. Stellen wir dieses Tierleid endlich ab, vermeiden wir endlich die Langstreckentransporte von Kälbern. Sowohl aus als auch nach Oberösterreich. Dazu müssen wir die Kälbermast hier in Oberösterreich unterstützen und wieder rentabel machen. Und es gilt die KonsumentInnen aufzuklären, über die Transporte selbst und vor allem wie sinnlos sie sind. Gibt es doch das beste Kalbfleisch ohnehin hier bei uns, weil es natürlicher – sprich mit mehr Gras und Heu - gefüttert wird.

Das Ziel muss es daher ganz klar sein, Kälbertransporte grundsätzlich einzudämmen und zu vermeiden. Oberösterreich hat es mit der Schaffung einer Kälbermastförderung in der Hand, hier beispielgebend voranzugehen. Das Bundesland Tirol macht es vor: Dort wurde für 2021 eine aus Landesmitteln finanzierte Prämie für die Aufzucht und Schlachtung von Vollmilchmastkälbern eingeführt. Für leichte Kälber wird ein Zuschuss von 50 Euro, für schwere Kälber ein Betrag von 150 Euro gewährt.

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