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am 21. Jänner

Hunde: Ausbildung statt "Rasselisten"

Gottfried Hirz - „Rasselisten“ werden die Beißvorfälle nicht reduzieren, aber viele HundehalterInnen diskriminieren. Wir erwarten Auskunft von Landesrat Klinger zu den Entscheidungsgrundlagen für eine Kategorisierung von Hunderassen mit erhöhtem Gefährdungspotential.

Beißvorfälle und gefährliche Hundeattacken auf ein Minimum zu reduzieren und insbesondere Kinder zu schützen - das muss Ziel der Novelle des Hundehaltegesetzes sein. Dieses Ziel droht die von FPÖ-Landesrat Klinger vorgelegte Novelle des oberösterreichischen Hundehaltegesetzes zu verfehlen. Dafür bringt sie jedoch wesentliche Einschränkungen für HundehalterInnen bestimmter Rassen und enormen Verwaltungsaufwand. Wir erwarten im Landtag klare Auskunft von Landesrat Klinger zu den Grundlagen für seine Entscheidung.

Die geplante Einführung einer Kategorie "Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential", sprich sogenannter "Listenhunde", stößt bereits in der Begutachtungsphase auf heftige Kritik, die von uns geteilt wird: Wissenschaftliche Studien weisen keine rassespezifische Gefährlichkeit von Hunden nach. Es ist daher völlig unklar, auf Basis welcher empirischen und wissenschaftlichen Grundlagen Landesrat Klinger die geplante "Rasseliste" erstellen möchte, die für HundehalterInnen und Hunde aber weitreichende Folgen hat.

Es gilt das Zusammenleben von Mensch und Hund zu verbessern. Der jetzige Gesetzesentwurf ist dafür leider nicht geeignet und schafft vermutlich mehr Probleme als er löst. Dieser Entwurf muss dringend überprüft und verbessert werden. Dafür sind ExpertInnen ebenso einzubeziehen wie die zahlreichen fundierten Stellungnahmen von Organisationen und Privatpersonen.

Statt Rasselisten erstellen - in Ausbildung und Beratung von HundehalterInnen investieren

In diesem Sinn ist es aus unserer Sicht wichtiger und dringender, in die Ausbildung und Beratung von HundehalterInnen zu investieren, statt "Rasselisten" zu erstellen. Denn Hunde sind vorwiegend ein Produkt ihrer Umwelt. Wie sie aufwachsen, sozialisiert und ausgebildet werden, bestimmt maßgeblich ihr Verhalten - und zwar viel mehr als ihre Rasse. Deshalb gilt es vor allem bei den HundehalterInnen anzusetzen, die Ausbildung weiter zu verstärken beziehungsweise auch auf die Beratung potentieller HundehalterInnen zu setzen. Darin liegt der Schlüssel, um Unfälle mit Hunden und Beißattacken zu reduzieren.

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