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am 25. Juni

Haltung von ÖVP-FPÖ bedroht Luchsprojekt

Maria Buchmayr, Gottfried Hirz - Mit der irritierenden Haltung von ÖVP und FPÖ steigt die Bedrohung für das Luchsprojekt im Nationalpark Kalkalpen. Unser Antrag wurde kurzerhand und ohne Einladung von ExpertInnen abgelehnt.

Diese Ablehnung samt Vorgangsweise ist unverständlich und schwer irritierend. Wir wollten eine Unterstützung des Luchswiederansiedelungsprojekts in der 3-Länder-Luchsregion Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark. Schwarz-Blau hat das kurzerhand abgelehnt – ohne weitere Debatte und ohne jegliche Bereitschaft, ExpertInnen anzuhören.

Dass der nicht einmal anwesende Naturschutz-Landesrat Haimbuchner unsere Forderung per Aussendung auf den Ankauf neuer Luchse reduziert, ist ebenso vielsagend wie die Aussage aus ÖVP-Reihen, dass man gar kein Wiederansiedlungsprojekt Luchs im Nationalpark mehr möchte. Wir werden das Luchsprojekt dagegen weiterhin unterstützen.

Seit fünf Jahren gibt es trotz geschlechtsreifer Luchse keinen Luchsnachwuchs. Natürlich müssen wir die Gründe dafür finden. Nur neue Luchse zu kaufen ist zu eng gegriffen. Ohne Ursachenforschung laufen wir Gefahr, dass der eigene Luchsnachweis weiter ausbleibt. Daher gibt es weitere Maßnahmen, die erforderlich sind: Dazu zählen eine enge Zusammenarbeit mit den Luchsregionen Nationalpark Gesäuse in der Steiermark und dem Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich. Weiter gilt es, Verbindungsmöglichkeiten zwischen der Region Böhmerwald und dem alpinen Bereich zu schaffen und die Akzeptanz des Luchses insbesondere in der JägerInnenschaft zu stärken. Das schwarz-blaue Argument, der Nationalpark Kalkalpen sei zu klein für ein Überleben des Luchses, geht völlig ins Leere. Denn für eine Verbreiterung des Lebensraums braucht es gerade die von uns geforderten Maßnahmen und Kooperationen.

Schwarz-Blau stellt sich auch gegen einen verbindlichen Schutz von Wildtierkorridoren in der Raumordnungsnovelle. Gerade das wäre aber enorm wichtig, um die Weitwandermöglichkeiten und damit den notwendigen genetischen Austausch von Tieren zu verbessern. Das stellt auch die vom Land Oberösterreich 2012 erstellte Studie "Wildtierkorridore in Oberösterreich". Laut dieser bestehen in Oberösterreich derzeit nur wenige derartige Verbindungen.

Luchs mit Nachwuchs
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