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am 1. September 2019

Grünes Licht für die Erneuerbaren

ooe.planet Redaktion - Leonore Gewessler wechselte von der Umweltschutzorganisation GLOBAL2000 zu den Grünen und wird zukünftig eine gewichtige Stimme im Parlament für Klimaschutz und für die Energiewende sein. Wie kann Österreich klimafit werden?

Anfang Juni war Leonore Gewessler noch Geschäftsführerin bei GLOBAL2000, einer der wichtigsten Nichtregierungsorganisationen in Österreich. Dann kam der Anruf von Werner Kogler, ob sie nicht in die Politik einsteigen möchte. Nach einer kurzen Bedenkzeit war schnell klar, sie wird ihr Klimaschutzengagement ins Parlament verlagern. "Die Grünen sind die richtige politische Gemeinschaft für mich. Denn es sind sie gewesen, die als einzige politische Kraft konsequent für einen wirkungsvollen und effizienten Klimaschutz eintreten. Ich will gerade jetzt meinen Beitrag dazu leisten, dass sie das wieder im Parlament tun."

Schon in ihrer Zeit bei GLOBAL2000 war sie nah dran an der Klima- und Umweltpolitik. So bekam sie hautnah den politischen Stillstand in diesem Bereich mit, die mutlosen Pläne der verantwortlichen Politik und das Fehlen konkreter Maßnahmen. "Die nächsten zehn Jahre sind für den Klimaschutz ausschlaggebend. In der nächsten Parlamentsperiode stehen viele Weichenstellungen an."

Klimaschutz & Energiewende – was zu tun ist

Damit Österreich vom Nachzügler wieder zum Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energien wird, braucht es aber vielerlei Maßnahmen. Gewessler skizziert die wichtigsten davon: "Zuallererst braucht es aber eine Strategie. Nach dem türkis-blauen Desaster muss jetzt schon die Interimsregierung Verantwortung übernehmen und einen Energie- und Klimaplan vorlegen. Dieser soll nicht in einem Hinterzimmer im Ministerium, sondern gemeinsam mit ExpertInnen von NGOs und aus der Wissenschaft erstellt werden."

Der Energieverbrauch muss langfristig um die Hälfte reduziert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Dafür braucht es aber ein wirksames Energieeffizienzgesetz. Österreich wird auch die thermische Sanierung vorantreiben müssen. "Auch hier ist aus heutiger Sicht mehr als die Halbierung des Energieverbrauchs für Raumwärme in Österreich machbar. Wir brauchen da aber eine Förderoffensive und steuerliche Begünstigungen für die thermische Sanierung, vor allem für Haushalte mit geringem Einkommen."

Ausbau der Sonnenenergie

Ein weiteres großes Potenzial liegt in der Energieerzeugung. Damit das Ziel 100 Prozent erneuerbaren Strom bis 2030 und 100 Prozent erneuerbarer Energie bis 2050 erreicht wird, ist ein taugliches Ökostrom-Nachfolgegesetz notwendig. "Vor allem im Ausbau der Sonnenenergie sehe ich ein großes Potenzial. Das 100.000 Dächerprogramm der Klima- und Energiestrategie muss rasch zu einem 1.000.000 Dächer-Programm werden. Dabei muss die Förderung von Gemeinschaftsanlagen, BürgerInnenenergiekraftwerken und BürgerInnenbeteiligungsmodellen im Zentrum stehen."

Text: Marco Vanek

Leonore Gewessler und Stefan Kainder beim Wahlkampfauftakt in OÖ

Wordrap

Kernöl oder Olivenöl: spätberufener Kernöl-Fan, und Olivenöl geht immer.
Flug oder Zug:
Zug, wo immer möglich, am liebsten mit dem Nachtzug
Brüssel oder Wien: dort, wo meine Familie und Freunde sind
Urlaub am Berg oder am Meer: abwechselnd
Die Grünen sind für mich Aufbruch, Mut und Zukunft​

Zur Person

geboren 1977, aufgewachsen in St. Marein bei Graz, verheiratet, Studium Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Entwicklung an der Universität Wien

Beruflich: 2006 bis 2008 Büroleiterin beim Grünen Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger in Wien Neubau, 2008 bis 2014 Direktorin der Green Europaen Foundation in Brüssel, 2014 bis 2019 politische Geschäftsführerin von GLOBAL 2000, Vorstand von Friends of the Earth Europe.

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