Bezirkegruene.at
Navigation:
am 27. November 2020

Feuerwerk: gesetzliche Regelungen einhalten

Stefan Kaineder - In Zeiten wie diesen brauchen wir keine zusätzlichen Krankhausaufenthalte. Zurückhaltung bei privater Silvesterknallerei ist gefragt.

Freudiges Feiern zum Jahreswechsel gehört dazu – aber ohne schlechte Luft, verletzte Menschen und verängstigte Tiere. Die geltende Rechtslage gibt klar vor, wer welche Böller kaufen darf und wo abgefeuert werden kann. Als Umwelt- und KonsumentInnenlandesrat, aber auch als Hundebesitzer und Tierfreund rufe ich zur Zurückhaltung bei der privaten Silvesterknallerei und vor allem zur strikten Einhaltung der Gesetze auf.

Allgemein ist die Bilanz 2020 für Feinstaub erfreulich: Das Jahr 2020 als krisengeprägtes Corona-Jahr zeigt, wie in den Jahren 2018 und 2019 die höchsten Messwerte bei etwa 50 Prozent der Grenzwerte.

Zum Jahreswechsel kommt zu dieser positiven Bilanz wohl vielerorts ein starker Anstieg oder ein Überschreitungstag dazu, denn am ersten Tag jeden Jahres ist die Feinstaubkonzentration so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Laut Analysen der Umweltabteilung wird etwa 10 Prozent des Feinstaubs, den der Verkehr während des ganzen Jahres verursacht, zu Silvester mit Feuerwerken emittiert.

Geltende Gesetzeslage: CE-Kennzeichnung und Pyrotechnikgesetz

Pyrotechnische Produkte unterliegen einer strengen CE-Kennzeichnung durch eine EU-Richtlinie. Diese legt Kategorien für pyrotechnische Erzeugnisse und Beschränkungen fest und regelt die Eigenschaften dieser Erzeugnisse. Regelungen zum Besitz und Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen finden sich im Pyrotechnikgesetz 2010. Grundsätzlich dürfen nur Feuerwerkskörper bis zur Kategorie F2 an Personen ohne besonderen Sachkundenachweis abgegeben und von diesen verwendet werden. Die zum Jahreswechsel üblicherweise verwendeten pyrotechnischen Gegenstände fallen größtenteils in die Kategorie F2.

Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 im Ortsgebiet verboten

Nach §38 Pyrotechnikgesetz ist die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände der Kategorie F2 im Ortsgebiet verboten (Ausnahme: genehmigtes Feuerwerk).

Die BürgermeisterInnen können mittels Verordnung bestimmte Ortsteile von diesem Verbot ausnehmen, wenn dadurch nicht die Gefährdung von Leben, Gesundheit und Eigentum von Menschen oder der öffentlichen Sicherheit sowie unzumutbare Lärmbelastungen zu erwarten sind. Außerhalb des Ortsgebietes ist eine Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen auch innerhalb oder in unmittelbarer Nähe größerer Menschenansammlungen verboten (Ausnahme: Vorliegen einer Genehmigung).

Silvesterfeuerwerke haben Auswirkungen auf die Umwelt

Nicht nur die vielfach erhöhte Feinstaubbelastung in der Luft macht der Umwelt zu schaffen. Nach der Explosion des Feuerwerkskörpers werden Schwermetallpartikel freigesetzt, die dem Feuerwerk Farbe geben – darunter Stoffe wie Strontium, Arsen, Blei, Selen oder Cäsium. Dazu kommt, dass abgebrannte Knallkörper, Böller und Feuerwerksraketen große Mengen an zusätzlichen Müll – laut Umweltbundesamt österreichweit bis zu 1.000 Tonnen – verursachen. Was zur ernsthaften Gefahr für Wild und Nutztiere werden kann, denn was in der freien Natur zurück auf den Boden fällt, bleibt dort auch liegen und wird von den Tieren fälschlicherweise für Futter gehalten.

Die alljährliche Knallerei wird auch zur Strapaze für Wild- und Haustiere, denn anhaltender Lärm bedeutet einen großen Stressfaktor. Und dieser Lärm kann mit einem Schalldruckpegel von bis zu 170 Dezibel enorm sein. Zum Vergleich: Der Lärmpegel eines Düsentriebwerkes in 25 Meter Entfernung beträgt etwa 140 Dezibel.

Wir ersuchen daher auch die KonsumentInnen, die Handhabung von Silvesterraketen, Knallern und Co zu überdenken und vor allem  die Gesetze strikt einzuhalten: Die Feinstaubbelastung um Mitternacht steigt zu Silvester auf etwa das Zehnfache an. Für rund tausend ÖsterreicherInnen endet der pyrotechnische Silvesterspaß jährlich im Krankenhaus. Es werden Schallpegel von bis zu 170 Dezibel erreicht und neben der Luft wird auch der Boden mit den Überresten der Silvesterknallerei verdreckt. Feuerwerke sind nicht nur teuer, sie gefährden auch Menschen. Vielleicht kommt der Eine oder die Andere heuer ohne privatem Feuerwerk aus – der Umwelt, den Tieren und der eigenen Sicherheit zu Liebe.

Feuerwerkszeug
Wir brauchen Dich! - Jetzt Mitglied werden!