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am 27. Oktober 2020

Einfach machen

ooe.planet Redaktion - Vier MutmacherInnen über ihre täglichen Schritte, Menschen beim Mutig-Werden zu helfen.

Konflikt-Berge wegräumen

Nicht länger wegschauen, sondern den Mut haben, hinzusehen - das ist das Gebiet von Markus Peböck. Der Gruppendynamiker, Supervisor und Coach aus Marchtrenk unterstützt Menschen und Teams dabei, ehrlich hinzusehen, wo es gerade nicht so rund läuft. "Zu mir kommen Frauen und Männer aus verschiedenen Bereichen, die feststecken in der Karriere, die Probleme haben mit ihrem Team oder mit dem Chef. Gemeinsam analysieren wir, was die Gründe sind und finden die nötigen Strategien, um die Situation gut zu lösen."

Gerade bei Teams hilft er den KollegInnen aktiv dabei, sich ohne Angst zu öffnen und sich gegenseitig ein ehrliches Feedback zu geben. Aber auch den Mut zu fassen, sich selbst als Mensch genauer zu betrachten.

"Der Mut zur Konfrontation ist sehr wichtig", so Markus Peböck, "und ich halte den Rahmen und achte darauf, dass das nicht aus dem Ruder läuft." Für den Gruppendynamiker ist ein Konflikt keine Tragödie, sondern ein klares Zeichen, dass man sich die Situation ansehen muss. Und dass hier alle Beteiligten im Team wichtig sind.

"Hier erlebe ich oft, dass Menschen sehr einseitig denken. Nur sie sind schuld, nur der Chef oder die Umstände." Hier hilft er weiter, einen größeren Blickwinkel zu erhalten. Das Resultat der Mutigen, die die Verbesserungsarbeit statt den Stillstand gewählt haben, ist meist sehr ähnlich. "Es fließt wieder", so Markus Peböck.

Mit einem Mal sind Sachen möglich, die vorher undenkbar waren. Man hat die Hürden erkannt, redet offen darüber und räumt sie miteinander weg. Der gemeinsame Erfolg wird auf einmal Realität.

Gibt es etwas, wo selbst den Mutmacher Markus Peböck der Mut verlässt? "Oh ja, ich bin begeisterter Radfahrer, fahre mit meinem Mountainbike über Schotterstraßen, alles kein Problem, doch beim richtigen Downhill ist Schluss. Vielleicht kommt hier der Mut eines Tages, derweil denke ich noch zu viel über die Risiken nach."

Markus Peböck
Teamentwicklung, Supervision, Coaching
gesundesteam.at

Markus Peböck
Frau Jona&Son
Style versetzt Berge

Viele Menschen haben ein Problem damit, sich zu zeigen. Auf die Bühne zu steigen, sich fotografieren zu lassen. Sie verstecken sich hinter ihrem Wissen und hoffen auf Erfolg. Spätestens wenn der nächste Konkurrent mit weniger Talent an ihnen vorbeizieht, erkennen sie den Irrtum.

"Hier komme ich ins Spiel. Ich helfe über mittel­mäßige Styles, Fotoscheu und Auftrittsangst hinweg", sagt Stylingcoach Frau Jona&Son. Sich nach vorne zu stellen, ist für viele Menschen ziemlich schwer. Man wird angreifbar, wird bewertet, und dem gehen besonders viele Frauen aus dem Weg.

"Wir wurden von klein auf nicht wirklich ermuntert, uns zu zeigen und als etwas Besonderes zu fühlen, stolz auf uns zu sein", so die Expertin. "Wir wurden eher auf Anpassen trainiert. Und Stilbildung stand auch nicht auf dem Programm."

"Stell Dir vor, Du hast ein wichtiges Thema, eine Mission. Du möchtest etwas bewegen. Du musst raus und Dich zeigen, aber nicht irgendwie." Es muss auch wirksam sein und relevant für die Menschen, die man ansprechen will. Kleidung ist eine Sprache und hilft ohne Worte, das Richtige zu sagen. Deswegen ist bewusstes Styling nicht nur für modeinteressierte Menschen interessant, sondern auch für zurückhaltende Menschen, die sich schwer tun mit Selbst­präsentation. Man holt sich die Vorschusslorbeeren und Sympathiepunkte über sein Auftreten, steht lockerer da und kann sich auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren, sein Thema.

Um diese Sicherheit zu trainieren, bietet Frau Jona&Son zusätzlich zu ihrem Programm eine Facebookgruppe an, wo die TeilnehmerInnen üben können, sich zu stylen, sich zu fotografieren, sichtbar zu werden. Der geschützte Raum, wo man testen kann, bevor man auf die Bühne tritt. Das ist am Anfang ungewohnt. "Doch das Schöne ist: Kleidung lässt sich wieder ausziehen, ein Live-Video wieder löschen. Traue dich, experimentiere mit deinem Aussehen und denke nicht zu viel darüber nach."

Frau Jona&Son
Style Coaching, Personal Branding, Styling von Kopf bis Fuß, Social Media Beratung.
fraujonason.com​

Lukas Althuber
Der Berg als Weg

Spätestens jetzt vor der Felswand beschleichen die TeilnehmerInnen ernste Rückzugsgedanken. Doch Kletterlehrer Lukas Althuber fängt seine Schäfchen wieder auf. "Beim Klettern merke ich oft, wie zu Beginn großer Respekt und auch Angst vor der Höhe und dem Felsen mitgebracht werden. Selbstzweifel. Geht das überhaupt, kann ich da hinaufklettern?" Die ersten ungewohnten Schritte in die Wand, die ersten Handgriffe.

Mittlerweile, so sagt er, könne er seine TeilnehmerInnen sehr gut einschätzen und gerade, wenn er ihre Unsicherheit merkt, versucht er alles, um ihnen den Erfolg zu ermöglichen. "Da bin ich sehr hartnäckig, da ich weiß, dass in jedem von uns so viel mehr steckt. Ich traue den Leuten etwas zu, und das übernehmen sie dann, spiegeln es wider. Ein Kletterkurs ist eine echte Lebensschule." Und schon wieder heruntergefallen, gut gesichert vom Seil.

"Scheitern gehört zum Klettern dazu wie das Atmen", so der Profi. Bis jeder Schritt sitzt, braucht es Zeit und viel Übung. Doch man wird besser, vertraut sich mehr, entwickelt ein Grundvertrauen in sich selbst. Die Routen werden schwieriger, das Scheitern bleibt ein wichtiger Teil. Das Risiko bei den Kletterkursen ist gering, hier greifen ausgefeilte Sicherheitsmaßnahmen. Wenn Lukas Althuber für sich klettert, im alpinen Gelände, da gibt es die Augenblicke, "wo Du weißt, dass Du jetzt keinen Fehler machen darfst. Wenn Du mitten in der Wand hängst, hunderte Meter über dem Boden, da sind alle Gedanken, die Dich sonst beschäftigen, egal. Da zählt nur das richtige Handeln." Doch auch hier ist das Gefühl mit ihm, dass es gut gehen wird.

Ein wichtiger Erfolgsgarant, dass es nicht nur bei den ersten Versuchen bleibt, ist für Lukas Althuber die Gemeinschaft. Wer dabeibleiben will, braucht gleichgesinnte und motivierende Menschen, die einen unterstützen. Wer hier dranbleibt, wird nicht nur eine echte Gämse am Berg, sondern hat viel fürs Leben gelernt.

Lukas Althuber
Kletterschule rock performance 

rock-performance.at
Geoventure: Stand Up Paddeling, Flussschnorcheln, Abenteuerreisen weltweit
geoventure.at ​

Ein Arbeitsplatz ohne Wäscheberge

Zuviel nachgedacht hat Barbara Sikic nicht, als sie mit zwei Kindern im Windelalter einen Co-Working Space in Vöcklabruck gründete. Die Technologieberaterin, die nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten in Vöcklabruck landete, erfuhr von einer leerstehenden Fläche in ihrer Nähe. Und machte daraus das erste Gemeinschaftsbüro seiner Art im Umkreis.

Der "Co-Working Space Vöcklabruck", ausgestattet mit hellen, freundlichen Arbeitsplätzen, trägt sich mittlerweile selbst und ist gerne gebucht, gerade auch in Zeiten von Covid-19. Die Berufsfelder der MieterInnen sind vielfältig und reichen von Marketing über Führungskräfte-Coachings bis hin zum Schreiben.

"Der große Vorteil, der sich aus einer mietbaren Fläche auf Zeit ergibt, ist, dass man endlich in Ruhe arbeiten kann", so Barbara Sikic. "Man hat genug Platz, es gibt keine Ablenkung vom häuslichen Umfeld, hier bei uns kann man wirklich für sein Business da sein." Bisher wird der Coworking Space vorwiegend von Männern genutzt. Die Gründerin hat die Erfahrung gemacht, dass "Frauen ihr Unternehmen eher verstecken und neben dem täglichen Haushalt und den Kindern mit erledigen." Jedoch, wer sich sichtbar macht mit seinem Business, sich ein echtes Büro und eine klare Abgrenzung zum Privatleben gönnt, bestärkt sich selbst in seinem Weg als Unternehmerin. Jeder Mann, aber auch jede Frau hat das Recht auf eine gute Karriere.

"Ich lade herzlich dazu ein, den Coworking Space kennenzulernen. Gerade jetzt kann ein Arbeitsplatz abseits vom Familienalltag genau das Richtige sein, um das Business nach dem Lockdown wieder in Schwung zu bringen." In Schwung bringen möchte Barbara Sikic aber noch mehr. Sie denkt nach den ersten Erfolgen größer. An das Erweitern der Fläche, das Ergänzen mit Veranstaltungsräumen. Und gemeinsam mit einer Freundin an die Wiederbelebung anderer Innenstädte. Denn auch das ist ein positiver Effekt von Coworking Spaces.

Barbara Sikic
Coworking Space Vöcklabruck
Büroarbeitsplätze auf Zeit
coworkingspace4840.jimdofree.com

Coworking Space Barbara Sikic

Text: Sonja Wöhrenschimmel

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