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am 16. April

Der Feldhase ist stark bedroht

Stefan Kaineder - Auch der Feldhase ist Teil des dramatischen Artensterbens. Wir müssen Lebensraum für die Feldhasen schaffen, die Flächenversiegelung und Pflanzengifte stoppen.

Der Feldhase ist stark bedroht. Das ist alarmierend, gerade jetzt zu Ostern. Auch er ist leider Teil des immer schwerwiegenderen Artensterbens. Auch er leidet unter der immer intensiveren Landwirtschaft, hat immer weniger Lebensraum und Nahrung. Dem müssen wir alle gemeinsam entgegenwirken – die Landwirtschaft, die Politik und jeder einzelne naturverbundene Mensch. Sonst wird der Feldhase hier bei uns zur absoluten Rarität.

Die Feldhasenbestände sind mittlerweile stark zurück gegangen. Ende der 1990er-Jahre wurden in Oberösterreich noch 70.000 Feldhasen erlegt. Im Jagdjahr 2017/2018 waren es laut Jagdstatistik der Statistik Austria knapp 32.000 Feldhasen. Insbesondere im nördlichen Mühlviertel und in den Grünlandgebieten des Alpenvorlandes ist der Feldhase nur mehr selten anzutreffen. Österreichweit ist der Bestand der Feldhasen in den letzten 30 Jahren um rund 60% zurück gegangen.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft fehlen immer mehr Lebensraum und Nahrung. Vermehrte Gefahr droht auch durch Raubwild. Denn durch Flurbereinigungen und Flächenversiegelungen finden vor allem die jungen Feldhasen immer weniger Deckung durch artenreiche Wiesen, Hecken oder breite Ackersäume. Weitere Gründe für den Feldhasenschwund sind landwirtschaftliche Geräte und der Straßenverkehr.

Schutzmaßnahmen

JedeR kann mithelfen

In allen diesen Punkten müssen wir handeln und den Feldhasen dadurch schützen. Wir müssen Lebensraum für die Feldhasen schaffen, die Flächenversiegelung stoppen, die Pflanzengifte von den Feldern bringen. Es gibt geeignete Formen der Bewirtschaftung und technische Warnvorrichtungen an den Mähgeräten. Viele JägerInnen in Zusammenarbeit mit LandwirtInnen unterstützen diese Maßnahmen.

Unterstützen wir sie. Wir alle können mithelfen. Gehen wir in der Natur sorgsam um. Das heißt beim Spazierengehen und Sporteln im Freien nicht querfeldein gehen oder laufen, Hunde nicht in Wiesen, Wälder oder Felder frei laufen lassen sondern die Tiere anleinen, Katzen während der Abend- und Nachtstunden nicht hinauslassen. Junge Feldhasen sollten außerdem keinesfalls berührt, sondern unbedingt unberührt liegen gelassen werden.

Die Feldhasen sind ein Symbol für das Artensterben in der Kulturlandschaft, genauso wie das Rebhuhn oder die Feld- und Wiesenvögel oder viele Insekten, die noch dramatischere Rückgänge zu verzeichnen haben. Wir warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung. Wir fordern seit Jahren Gegenmaßnahmen und haben seit Jahren zahlreiche Anträge im oberösterreichischen Landtag eingebracht, die von ÖVP und FPÖ abgeblockt oder laufend vertagt wurden.
Wir wollen Arten- und Bodenschutz, rasch und wirksam.

Feldhase
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