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am 19. Februar

Bio: ÖVP-Agrarlandesrat tut nichts für Umstieg

Die Redaktion - LR Hiegelsberger ist gefordert, den Umstieg auf Bio-Landwirtschaft noch viel stärker zu unterstützen. Gastbeitrag: Clemens Stammler

Bio wird immer beliebter. Das zeigt die AMA-Erhebung ganz deutlich. Das ist absolut erfreulich und bestätigt unseren Kurs. Weniger erbaulich ist, dass Oberösterreich bei den Bioanbauflächen bundesweit deutlich nachhinkt. Da wäre viel mehr drinnen und dieses Potential auszuschöpfen, wäre auch Aufgabe von Landesrat Hiegelsberger. Statt auf der Bremse zu stehen, gilt es den Umstieg auf Biolandwirtschaft voranzutreiben. Dafür ist das ganze Instrumentarium zu nutzen – von Förderungen bis hin zu Anreizen durch den Lebensmittelankauf der öffentlichen Hand. Bio ist ein Gewinn für Umwelt, Klima und die KonsumentInnen. Aufgabe der Politik ist es, dies zu unterstützen.

Stammler sieht lediglich einen eingeschränkten Willen in der ÖVP dominierten Agrarpolitik, bio wirklich voranzutreiben. Tatsächlich herrscht die Meinung, dass bio mit dem Markt wachsen müsse. Damit sucht man erstens nur ein Argument, um ja nicht zu viele Fördermittel von konventionell auf bio umzuschichten. Zweitens, das Marktargument zu bemühen und andererseits aber die politischen Möglichkeiten, diesen Biomarkt zu stärken, nicht ansatzweise zu nützen, zeigt einfach, dass in der konservativen Agrarpolitik Hiegelsbergers weder die Fakten zum Klimawandel noch die Bedürfnisse der KonsumentInnen angekommen sind.

Die Bio-Förderprogramme stehen seit Jahren umstiegswilligen BäuerInnen nicht kontinuierlich zur Verfügung. So sind in Österreich seit Ende 2018 keine Neueinstiege mehr in die Bio-Förderung und seit Ende 2019 auch keine Umstiege aus anderen Fördermaßnahmen mehr möglich. Einen Einstieg in die Bio-Förderung gibt es erst mit der neuen Förderperiode der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) im Jahr 2023.

Das kann es nicht sein. Hier müssen andere Wege gefunden werden, damit Betriebe, die jetzt schon umsteigen wollen, ebenfalls Bio-Förderungen bekommen. Und genau hier sind auch die Länder und damit auch Landesrat Hiegelsberger gefordert.

Dabei müssen auch die unterschiedlichen Produktionsstrukturen berücksichtig werden. Während Milchprodukte und Obst überdurchschnittlich oft bio sind, ist bio beim Fleischkonsum unterrepräsentiert. Gerade Oberösterreich hat hier einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Landwirtschaftsbetrieben, die im Bereich Schweine-, Geflügel- und Rindfleischerzeugung tätig sind. Daher sind gerade in der Fleischproduktion stärkere Anreize für einen Umstieg auf bio erforderlich. Dazu gehören der gesteigerte Einkauf von Bioprodukten in öffentlichen Kantinen, Krankenhäusern und Schulen, auf den Fleischbereich zugeschnittene Bio-Förderprogramme und Öffentlichkeitsarbeit bei den KonsumentInnen.

NAbg. Clemens Stammler ist Grüner Sprecher für den ländlichen Raum im Parlament und betreibt selbst eine Biolandwirtschaft


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