Bezirkegruene.at
Navigation:
am 19. Mai

Bienentag: Ausstieg aus Bienengiften dringend

Stefan Kaineder - Das Insekten- und Bienensterben ist nach wie vor alarmierend hoch.

Viele Entwicklungen haben in den letzten Jahrzehnten das Leben der Honigbienen erschwert. Auch die "wilden" Verwandten unserer Honigbienen sollten nicht vergessen werden. Sie haben es noch mit verschärften Bedingungen zu tun, denn sie werden nicht von den ImkerInnen gepflegt und kämpfen schlichtweg ums Überleben. Ein wesentlicher Faktor neben der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und der Verarmung der Landschaft, ist der Einsatz von Pestiziden. Besonders die sogenannten Neonicotinoide setzen den Bienen stark zu. Diese Gifte wirken unspezifisch auf das Nervensystem von Insekten und können Jahre in den Böden verbleiben.

Nach jahrelangen und zähen Verhandlungen konnte im Frühjahr 2018 auf EU-Ebene ein Verbot der schädlichen Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam durchgesetzt werden. Doch das Verbot wird alljährlich mit Notfallzulassungen durch die Mitgliedsstaaten ausgehebelt, ein großer Rückschritt für den Bienenschutz. Und auch die PestizidherstellerInnen sind nicht untätig, so hat der Chemiekonzern Bayer die EU-Kommission geklagt, um das Verbot generell zu kippen. Positive Nachricht hier: Das erst kürzlich erfolgte Urteil bestätigt das rechtmäßige Handeln der Kommission zum Schutz der Bienen. Gefahr droht aber auch weiterhin durch Wiederzulassungen von nachweislich bienenschädlichen Stoffen oder durch neue Bienengifte, die ganz ähnlich wie Neonicotinoide wirken und standardmäßig im Einsatz sind.

Große Teile unserer Lebensmittelproduktion hängen von der Bestäubung durch Insekten ab. Wenn wir Bienen und andere Bestäuber schützen, sichern wir also auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Um das Bienensterben aufzuhalten, muss sich vor allem die Politik ändern und statt der Industrialisierung der Landwirtschaft eine ökologische Landwirtschaft fördern. Das Neonics-Verbot, das nun auch höchstgerichtlich bestätigt wurde, ist ein wichtiger Schritt zum Schutz unserer Bienen und darf nicht aufgeweicht werden. Es darf nicht der einfachste Weg genommen werden, indem die Anwendung über Notfallzulassung ermöglicht oder Ersatzmittel – die ebenso gefährlich sind – zugelassen werden. Dass eine Landwirtschaft ohne Ackergifte möglich ist, beweist der ökologische Landbau seit Jahrzehnten. Es braucht einen tatsächlichen Ausstieg aus den hochgefährlichen Bienengiften.

Tote Honigbiene
Wir brauchen Dich! - Jetzt Mitglied werden!