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am 9. Mai

Bienenleben. Vom Glück, Teil der Natur zu sein

Die Redaktion - Interessant, aufschlussreich, unterhaltsam aber auch mahnend: Gestern präsentierte Sarah Wiener in Tostmanns Bandlkramerey ihr Buch "Bienenleben. Vom Glück, Teil der Natur zu sein“ und stellte sich danach den Fragen des Publikums.

Es war eine Reise in die faszinierende Welt der Bienen, die ein maßgeblicher Indikator für die Gesundheit unseres Lebensraumes sind. Eine faszinierende Darstellung der Bienenvölker als komplexe Persönlichkeiten, die über spezifische Charaktere und Eigenschaften verfügen. Als solche zeigen sie vor, wie ein funktionierendes Gemeinwesen mit Werten wie Solidarität, Vertrauen, Arbeitsteilung und Demokratie entsteht.

In diesem Sinn ist dieses Buch auch ein aufrüttelndes Plädoyer für einen viel stärkeren und effizienteren Bienenschutz. Dass dieser auch seitens der Politik ausgebaut werden muss, steht ausser Frage. Denn die Biene und ihre Lebensraum sind bedroht - vor allem durch Pflanzengifte, die intensivierte Landbewirtschaftung sowie die Bodenversiegelung.

Die Biene steht hier aber auch stellvertretend für das immer dramatischere Artensterben an sich. Was ist mit vielen Schmetterlingen und Heuschrecken geworden? Es fehlt die Vielfalt und Buntheit von früher. Wir sollten nicht auf das enge Beziehungsgeflecht zwischen Mensch, Tier und Pflanze vergessen. Die Ökologie ist wie eine Pyramide aufgebaut, die Basis sind alle Kleinstlebewesen. Doch in den letzten 20 Jahren gab es einen Rückgang von 75 Prozent. Viele Arten sind ganz verschwunden - das bestätigt auch die Forschung. So sprechen ExpertInnen von einem drohenden "Kollaps der Ökosysteme der Natur". Denn Insekten stellen 80 Prozent der Tierwelt, 80 Prozent der Nutzpflanzen werden von Insekten bestäubt und 60-80 Prozent der Vögel ernähren sich von Insekten.

Der jüngste UNO-Bericht zum Artensterben untermauert dieses Szenario. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten könnten bereits in den kommenden Jahrzehnten verschwinden. Von den geschätzt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit, ist rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht.

Schützen wir die Bienen, sichern wir deren Lebensraum, stoppen wir das Artensterben - dazu gibts es keine Alternative, denn die Folgen haben wir Menschen zu tragen mit allen Konsequenzen. Denn wir zerstören uns unsere eigene Lebensgrundlage und das kann kann niemand ernsthaft wollen. Bekenntnisse gibt es genug, aber das ist zu wenig.
Nur rasches Handeln hilft, den Insekten und uns.

Sarah Wiener mit Gexi und Anna Tostmann
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