Bezirkegruene.at
Navigation:
am 6. Juli

AKW Dukovany: Laufzeitverlängerung für Block 2

Rudi Anschober - Die unbegrenzte Laufzeitverlängerung von Block 2 im AKW Dukovany geht zu Lasten der Sicherheit und Gesundheit der EuropäerInnen.

AKW Dukonavy Karte

Block 2 im tschechischen Atomkraftwerk Dukovany darf auf unbestimmte Zeit am Netz bleiben. Die tschechische Atomaufsichtsbehörde (SUJB) hat eine entsprechende Lizenz erteilt. Nur 120 Kilometer von Oberösterreich entfernt sind damit schon zwei der insgesamt vier Reaktorblöcke im AKW Dukovany über 32 Jahre lang am Netz und dürfen – trotz des großen Kontrollskandals, sämtlicher Zwischenfälle und Risse – in Betrieb bleiben.

Laufzeitverlängerungen – grundsätzlich und unbefristete natürlich umso mehr – sind hochproblematisch. Denn je älter ein AKW, desto riskanter wird sein Betrieb, etwa durch Risse und Versprödungen oder bedingt kompatibler Hardware und Software. Trotz dieser Sicherheitsbedrohungen führt die Atom-Lobby in der EU aber teure AKW-Stilllegungen nicht durch, vor allem um auf diese Weise Investitionen in Abbau und Lagerung hinauszuzögern.

Diese Entwicklung muss von der EU-Kommission gestoppt werden. Es muss europaweit eine maximale Betriebszeit für AKW festgelegt und, sofern diese Betriebszeit noch nicht erreicht ist, als Mindestanforderung eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung bei derartigen Anträgen verankert werden. Im aktuellen Fall wurde der Nachbar Österreich weder ausreichend informiert, noch durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung miteingebunden, die die massiven Sicherheitslücken des Blocks transparent gezeigt hätte.

Starken Gegenwind hat Oberösterreich hingegen schon hinsichtlich des geplanten Ausbaus des AKW Dukovany gezeigt: Neben einer negativen, fachlichen Stellungnahme des Landes Oberösterreich haben sich über eine Einwendungskampagne auch Gemeinden von rund 125.000 EinwohnerInnen bereits in der Vorphase des Verfahrens gegen einen AKW-Neubau in Dukovany stark gemacht. Darüber hinaus hat die oberösterreichische Landesregierung eine Einwendung im Namen aller OberösterreicherInnen eingebracht.

Gebündelter Protest kommt auch von der "Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg", die ich im letzten Jahr gegründet habe, mit dem Ziel einen Gegenpol zur starken Pro-Atom-Lobby zu bilden. Unser Ziel ist es, Laufzeitverlängerungen zu beschränken und Subventionen für Neubauprojekte zu stoppen. Denn sind die Altreaktoren erstmal vom Netz und werden völlig unwirtschaftliche AKW-Neubauprojekte auch durch staatliche Überlebensmaßnahmen nicht mehr gestützt, dann ist die Atomkraft endgültig am Ende.

Mach die Welt grüner - Mitglied werden