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am 28. Februar

A26: aus der Zeit gefallenes Verkehrsprojekt

Severin Mayr - Die Politik feiert eine Baustelle, die Linz solange im Griff haben wird, bis auch der letzte Gletscher in Oberösterreich geschmolzen ist. Hunderte Millionen werden für ein vorgestriges Verkehrsprojekt verschwendet, während wichtige Öffi-Projekte liegen bleiben.

Heute hat sich die politische Prominenz bei knapp 20 Grad mitten im Winter versammelt, um das verkehrsplanerische Relikt Westring zu bejubeln. Sie feiern bei frühlingshaften Temperaturen den Baustart einer Megabaustelle, die Linz so lange in ihrem staubigen Griff haben wird, bis in Oberösterreich der letzte Gletscher geschmolzen sein wird. Wir erinnern hier an das Forschungsprojekt "Dachsteingletscher" der MeteorologInnen von "Blue Sky", die von eisfreien Dachsteingletscher bis zum Jahr 2030 ausgehen. Das ist das Jahr, in dem auch die Westring-Baustelle abgeschlossen werden soll.

Der Klimawandel ist längst in Oberösterreich angekommen, aber die Verkehrspolitik tut so, als ob nichts passiert wäre. Während andere Städte alles daran setzen, den motorisierten Individualverkehr möglichst aus den Ballungsräumen wegzubekommen, holt ihn Linz in die Stadt. Das ist und bleibt unverantwortlich - eine Verkehrspolitik des letzten Jahrhunderts.

In vielen Städten Europas werden Konzepte erstellt und auch umgesetzt, um den öffentlichen Verkehr und den Radanteil stark auszubauen und damit den PKW-Verkehr zu reduzieren. Hier bei uns schleppen sich dagegen die Öffi-Projekte bestenfalls dahin. Weder bei der zweiten Linzer Schienenachse noch bei wichtigen Schienenprojekten im Mühlviertel geht etwas weiter. Zum Schaden der vielen PendlerInnen, die weiter auf das Auto angewiesen sind und in immer längeren Staus stehen. Aber auch zum Schaden der LinzerInnen, die die Folgen dieser Verkehrspolitik tagtäglich einatmen müssen.

Der Bau des Westrings ist aber auch insgesamt ein Schaden für die Umwelt und verhöhnt jede Klimaschutzpolitik: In Zeiten des Klimawandels mit seinen mittlerweile deutlich spürbaren Folgen eine neue Autobahn zu bauen, ist völlig widersinnig. Hunderte Millionen Euro fließen in ein Straßenprojekt, das den Klimawandel befeuert, statt in den öffentlichen Verkehr, der den Klimawandel bremst. Das versteht in Wirklichkeit nicht einmal mehr die Automobillobby.

Millionengrab Westring
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