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am 26. Mai

Wohnungslosenhilfe nur für LeistungsträgerInnen?

Ulrike Schwarz - Alle Betroffenen in Oberösterreich brauchen Unterstützung in ihrer prekären Lage. Unerklärlich, warum zum runden Tisch keine Betroffenen-Vertretungen eingeladen waren.

Landesrat Haimbuchner reagiert spät aber immerhin. Mit dem Wohnungssicherungspaket nimmt er das schwerwiegende Problem jetzt zumindest ernster, nachdem er dafür zu lange wenig Interesse gezeigt hat. Dass aber beim runden Tisch keine Vertretungen der Betroffenen dabei waren, ist ebenso unverständlich, wie seine Betonung der "LeistungsträgerInnen", denen man helfen müsse. Alle Menschen, denen Wohnungslosigkeit droht, müssen unterstützt werden. Das sollte selbstverständlich sein. Ein Auseinanderdividieren tut der Gesellschaft nicht gut – weder in Corona- noch zu Normalzeiten.

Betroffenen-Vertretungen wie Sozialplattform oder Wohnungslosenhilfe hätten wesentliche Expertise eingebracht. Sie kennen die Nöte der Betroffenen durch ihre unmittelbare Arbeit. Sie hätten mit Sicherheit darauf gepocht, dass auch jene verstärkte Unterstützung bekommen, die schon vor Corona von Armut betroffen waren. Jene MindestpensionistInnen oder AlleinerzieherInnen, die sich nicht erst durch die Krise ihre Wohnung kaum noch leisten konnten.

Die Heraushebung der "LeistungsträgerInnen" durch Landesrat Haimbuchner ist vielsagend. Es ist doch entsetzlich, soziale Unterstützung derart zuzuordnen. Die einen verdienen Unterstützung, die anderen nicht? Das kann wohl kein Kriterium sein. Es muss unbürokratischen Zugang zu diesem Wohnungssicherungspaket für alle Menschen in Oberösterreich geben.

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