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am 11. Oktober

Schwarz-Blau: Hürden für Beeinträchtigte

Ulrike Schwarz - Der schwarz-Blaue Sparkurs baut große Hürden für beeinträchtigte Menschen in Oberösterreich auf. Der Beschluss des Inklusionspakets im Nationalrat ist daher ein wichtiger Schritt.

Barriere

Wir brauchen mehr Mittel für die Integration beeinträchtigter Menschen am Arbeitsmarkt. Daher ist dieses anstehende Inklusionspaket ein Schritt in die richtige Richtung, um den Betroffenen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen. Das Paket soll morgen im Nationalrat durch Grüne, SPÖ und FPÖ beschlossen werden. Neben der Veranschlagung von mehr Mitteln für die Integration am Arbeitsmarkt werden in diesem Paket auch das Verbandsklagerecht und die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention gesetzlich verankert.

Gerade auch in Oberösterreich ist der Sparkurs der schwarz-blauen Regierung spürbar. So trifft die Kürzung und der verschärfte Zugang zur Mindestsicherung auch immer wieder Familien mit behinderten Kindern. Alleinerziehende Mütter, die ihre behinderten Kinder in keiner Einrichtung haben, verlieren die Mindestsicherung, weil das Pflegegeld als Einkommen angerechnet wird. Auch wenn die Belege für Aufwendungen nachgereicht werden können, so ist das eine unzumutbare Vorgangsweise. Wir fordern hier dringende Verbesserungen. Es kann nicht sein, dass wertvolle Zeit für Zettelwirtschaft vertan wird, anstatt für Zuwendung und Betreuung.

Erschreckend ist die Situation auch am Wohnungsmarkt. Diese bestätigt Nicole Keplinger-Sitz als Familienberaterin für Menschen mit Behinderung. "Leider können die vielen Anfragen nach geeigneten Wohnmöglichkeiten für gebrechliche Menschen, Menschen mit Körperbeeinträchtigung oder Eltern mit ihren Kindern kaum erfüllt werden. Barrierefreiheit ist ein Luxusgut", beschreibt sie den Alltag. "Was tun, wenn der Partner einen Schlaganfall hat oder die alleinerziehende Mutter ihren gehbehinderten Sohn in den zweiten Stock tragen muss."

Statt bei der Neuplanung bzw. Renovierung im öffentlichen Wohnbau diese Situationen mitzubedenken, will der zuständige Landesrat Haimbuchner aus Kostengründen zukünftig auf die Umsetzung der Barrierefreiheit teilweise verzichten. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Menschen in viel teurere Heime ausweichen müssen und nicht länger in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.

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