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am 26. März

Pflegende brauchen Unterstützung durch Land

Ulrike Schwarz - Tagesstrukturen und mobile Dienste sind auf ein Minimum zurückgefahren. Pflegende Angehörige sind dadurch enormer Belastung ausgesetzt. Das Land muss ein Unterstützungspaket schnüren.

Auch pflegende Angehörige von behinderten Menschen brauchen in dieser Krisenzeit unsere ganz besondere Unterstützung. Sie sind derzeit einer enormen Belastung ausgesetzt, tragen größte Verantwortung und sind dabei oft ganz auf sich allein gestellt. Wir appellieren daher an die Verantwortlichen im Land, rasch ein Maßnahmenpaket mit Unterstützungsangeboten zu schnüren und umzusetzen – im Sinne der pflegenden Angehörigen aber auch der zu Betreuenden.

Um den Anstieg der Infektionen einzubremsen und um die behinderten Menschen bestmöglich vor Ansteckung zu schützen, wurden Tagesstrukturen und mobile Dienste auf ein Minimum zurück gefahren beziehungsweise teils auch bis nach Ostern geschlossen. Damit fällt für alle Betreuungsbedürftigen, die zu Hause wohnen, die Tagesstruktur weg. Eltern und Angehörige müssen diese Betreuungsaufgaben nun alleine übernehmen. Die Eltern oder Angehörigen – oft selbst ältere Personen - stehen damit vor einer enormen und belastenden Herausforderung. Dabei brauchen sie rasch Hilfe und Unterstützung. Konkret:

  • Einrichtung einer zentralen Hotline für Anliegen der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Behinderung, die mit den regionalen Trägereinrichtungen verbunden sind beziehungsweise mit diesen eng abgestimmt sind.
  • Regelmäßige telefonische Kontaktaufnahme der Betreuungseinrichtungen mit den KundInnen, um hier zumindest mit Rat zur Seite zu stehen und so auch etwas Druck von den pflegenden Angehörigen zu nehmen.
  • Aufbau von betreuten Übergangswohnangeboten, wenn die Pflegepersonen krankheitshalber ausfallen beziehungsweise eine Pause brauchen.

Wir haben diesbezüglich bereits die sozialen Einrichtungen kontaktiert. Diese handeln bereits in Eigeninitiative und erarbeiten Angebote, um die Situation bestmöglich zu meistern. Aber dabei ist die Unterstützung des Landes dringend nötig.

Außer Frage steht, dass dafür die finanziellen Mittel gesichert sein müssen und die ausgehandelten Leistungsvereinbarungen halten - auch für die Bereiche, die jetzt auf Grund der Corona-Krise heruntergefahren werden. Wir stehen hier klar hinter den Forderungen der Sozialunternehmen. Das Land muss zu dieser Vereinbarung stehen und seine Zusicherung geben. Nur so abgesichert können die Sozialeinrichtungen gute Angebote schnüren, um die pflegenden Angehörigen bestmöglich zu unterstützen und ihnen Sicherheit zu geben. Hier stehen die zuständige Landesrätin Gerstorfer und Finanzreferent Landeshauptmann Stelzer in der Verantwortung.

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