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am 19. März

Pflegende Angehörige nicht alleine lassen

Ulrike Schwarz - Gesetzliche Verankerung des dreiwöchigen Sonderurlaubes morgigen im Nationalrat wird ein erster wichtiger Schritt sein, dem weitere folgen müssen.

Behinderte Menschen gehören zu einer Hochrisikogruppe und auch bei ihnen ist daher dringend geboten die sozialen Kontakte auf das Notwendigste zu reduzieren. Da Mobile Dienste, Tagesstrukturen herunter gefahren und Schulen geschlossen sind, tragen Eltern und Angehörige nun die Last der Betreuung ganz alleine. Sie gehören damit zu den besonders geforderten Personengruppen in dieser Krisenzeit.

Ein erster wichtiger Schritt erfolgt morgen im Nationalrat, wo der Anspruch auf den dreiwöchigen Sonderurlaub auch für pflegende Angehörige von Menschen mit Behinderungen (die bis zur Corona-Krise in Schulen oder anderen Einrichtungen betreut waren) gesetzlich verankert wird.

"Momentan schaffen wir es noch gut unseren Tag zu strukturieren und die gemeinsame Zeit zu genießen. Aber die Angst, wie schaffe ich das über einen längeren Zeitraum, wächst." Das wissen wir aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit anderen betroffenen Eltern.

Pflegende Angehörige brauchen in dieser fordernden Situation daher auch dringend Unterstützungsangebote in folgenden 3 Bereichen:

  1. Konkrete Ideen und Materialien zur Tagesstrukturierung (wie es ja auch für SchülerInnen bereit gestellt wird). Hilfe und Unterstützung per Telefon oder Online-Aufgaben für zuhause sind ein wichtiger Baustein, um die häusliche Situation zu entlasten
  2. Konkrete Beratungsangebote und psychologische Hilfe durch Aufstockung der bestehenden Hotlines
  3. Sicherstellung eines Mindestangebots an mobilen Diensten und persönlicher Assistenz, wenn notwendig auch mit Unterstützung von ZivildienerInnen

Der aktuelle Ausnahmezustand verunsichert uns alle. Wichtig ist daher gerade auch Menschen mit Behinderungen die jetzige Krise verständlich zu erklären und laufend zu informieren. Hier müssen die Verantwortlichen in der Kommunikation die unterschiedlichen Bedürfnisse in unserer Gesellschaft im Auge haben. Positiv ist hier zu erwähnen, dass die täglichen Informationen der Bundesregierung in Gebärdensprache präsentiert werden und auf der Homepage des Sozialministeriums Informationen auch in "Leicht Lesen" aufbereitet sind.

Ein großes Danke an dieser Stelle an alle Pflege- und Betreuungskräfte und pflegenden Angehörigen, die in dieser Krisensituation eine außerordentlich wertvolle Arbeit leisten. Diese tägliche Leistung können wir nicht hoch genug schätzen - auch nach der Krise.

Themenfoto Behinderung Rollstuhl
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