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am 1. September 2018

Grüne GewerkschafterInnen starten in Wahlkampf

ooe.planet Redaktion - Die Grünen GewerkschafterInnen fordern mehr Urlaub und eine bessere Bildungsfreistellung. Sie stellen sich zur Wahl der Vertretung der ArbeitnehmerInnen, die im März 2019 stattfinden wird.

Martin Gstöttner

Wie wichtig eine starke Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaft sind, zeigt sich aktuell rund um das neue Arbeitszeitgesetz. Seit 1. September ist ein "freiwilliger" 12-Stunden-Tag leichter möglich. Doch, dass es mit der Freiwilligkeit so seine Tücken hat, zeigen bereits erste Beispiele von ArbeitnehmerInnen, die sich an die AK gewandt haben. "Die Arbeiterkammer vertritt ArbeitnehmerInnen rechtlich am Arbeits- und Sozialgericht unter anderem in Fällen von unberechtigter Entlassung, Lohnvorenthaltungen, Mobbing oder Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspensionen", zählt Martin Gstöttner, Landessprecher der Alternativen, Grünen und Unabhängigen GewerkschafterInnen (AUGE/UG) und Spitzenkandidat bei der kommenden AK-Wahl, die Vorteile der AK-Pflichtmitgliedschaft auf. Weitere bedeutende Punkte sind für ihn der KonsumentInnen-Schutz sowie Ausbildungsangebote wie zum Beispiel die Initiative "Du kannst was", die das Nachholen des Lehrabschlusses ermöglicht.

Dafür steht die AUGE/UG

In der AK-Vollversammlung wollen sich die Grünen Gewerkschafter*innen in den nächsten fünf Jahren für eine Reduktion der Gesamtarbeitszeit einsetzen. "Wir fordern die sechste Urlaubswoche für alle ArbeitnehmerInnen, setzen uns dafür ein, dass Altersteilzeit von Unternehmen angeboten werden muss, und wir wollen eine verpflichtende Bildungsfreistellung bis zu einem Jahr, unabhängig davon, was für eine Bildungsrichtung die/der ArbeitnehmerIn einschlagen möchte", formuliert Gstöttner wesentliche Punkte des Wahlprogramms.

Auch in punkto Mitbestimmung und Beteiligung am Arbeitsplatz hat die AUGE/UG sehr konkrete Vorstellungen. "Wir wollen, dass ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit haben, ihren ersten direkten Vorgesetzten selbst zu wählen, ähnlich der Betriebsratswahl", beschreibt Martin Gstöttner die Forderung. Oft liege es am direkten Vorgesetzten, die MitarbeiterInnen zu motivieren und anzuspornen. Das würde entsprechend besser gelingen, wenn die Wahl der Führungskraft auch von den DienstnehmerInnen beeinflusst werden könnte – stets unter der Voraussetzung, dass die notwendigen Qualifikationen vorhanden sind.

Ein weiteres wichtiges Thema der AUGE/UG ist die Aufwertung der Lehre. "Hier ist es uns in der laufenden Periode gelungen, dass die Internatskosten während der Lehrlingsausbildung von den Unternehmen übernommen werden", berichtet Gstöttner und verweist bei der Gelegenheit darauf, dass es dringend eine Aufwertung des Lehrberufes brauche. "Gerade in Oberösterreich ist der Fachkräftemangel sehr stark spürbar. Es braucht ein Umdenken unserer Gesellschaft, dass ein topausgebildeter Lehrling eine Matura mehr als nur wettmacht", meint Gstöttner.

Grüne GewerkschafterInnen

In der aktuellen Periode sind die Grünen GewerkschafterInnen mit fünf Mandaten in der AK-Vollversammlung in Oberösterreich vertreten. Im September wurden bereits die ersten 12 KandidatInnen für die AK Wahl von 19. März bis 1. April 2019 gewählt. Insgesamt finden sich 110 Personen auf dem Wahlvorschlag der AUGE/UG.

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