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am 14. September

AsylwerberInnen: Regierung verhindert Lehrstellen

Rudi Anschober - Gleichstellung aller Jugendlichen bringt Gewinn für Integration und Wirtschaft.

Integration kann gelingen

Das oberösterreichische Integrationsressort legt in einer engen Zusammenarbeit mit AMS, Wirtschaft und dem gesamten Netzwerk Integration einen zentralen Schwerpunkt auf die Arbeitsmarktintegration und dabei auf die Schaffung von Lehrstellen für AsylwerberInnen, die in Mangelberufen zulässig ist.

Eine Lehrstelle ist schon der halbe Erfolg bei der Integration. Eine Lehrstelle für junge Asylwerbende bringt Perspektiven, Ausbildung, Sprachverbesserung, Freundschaften und damit auch soziale Integration. Oberösterreich ist bei dieser Möglichkeit, bei der das höchst kontraproduktive generelle Arbeitsverbot für Asylwerbende durchbrochen wird, höchst erfolgreich: es wurden bereits 236 Lehrstellen in Mangelberufen im ganzen Land geschaffen.

Viele weitere Lehrstellen wären in Oberösterreich aufgrund des großen Engagements aller Betroffenen vorhanden, ein Lehrvertrag scheitert aber oft daran, dass für Asylwerbende bei der Fahrt zu Lehrstelle und Berufsschule hohe Kosten entstehen, die immer wieder ein unüberbrückbares Hindernis darstellen.

Nach unseren Befragungen von Betroffenen entstehen für die Zufahrt zur Lehrstelle häufig Kosten von 100 Euro oder mehr pro Monat. Dazu kommen die Kosten für die Zufahrt zur Berufsschule sowie für Schulmaterialen. All diese Kosten werden bei österreichischen Jugendlichen von der öffentlichen Hand getragen, bei Asylwerbenden aber eben nicht. Diese Ungleichstellung muss rasch beendet werden. Hunderte Lehrstellen in Mangelberufen sind derzeit unbesetzt, jede einzelne Lehrstelle hilft der Integration – aber auch der Wirtschaft. Die Finanzierbarkeit der Zufahrt ist aber die Grundvoraussetzung, dass dies möglich ist.

Schon seit einem Jahr appellieren wir an die Bundesregierung, den Zugang zum Lehrlingsticket (Zuständigkeit Bundeministerin Karmasin), zur Freifahrt zur Berufsschule und zu Schulbüchern (Bundesminister Sobotka) rasch zu verwirklichen. Alle geben uns recht, aber es passiert nichts.

Einzig von Innenminister Sobotka ist mittlerweile die Rückmeldung erfolgt, dass er in seinem Zuständigkeitsbereich die Freifahrt zur Berufsschule und der Schulmaterialien eine Gleichstellung - vorbehaltlich der Zustimmung aller betroffenen Stellen - unterstützt.

Bildung, Ausbildung und Qualifizierung sind für die Integration entscheidend. Es funktioniert in der Pflichtschule in Oberösterreich sehr gut, bei der Erwachsenenbildung verhandeln wir über eine massive Aufstockung der Bundesmittel, und bei den Lehrstellen gut. Aber es könnte noch viel besser laufen, wenn es uns gelingt, endlich diese Gleichstellung zu erreichen und solche Barrieren zu entfernen.

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