Bezirkegruene.at
Navigation:
am 19. Juni

Mit 18 Jahren nicht aus Jugendfürsorge fallen

David Stögmüller - Beziehungen mit Ablaufdatum? 11.000 Kinder und Jugendlichen sind in institutioneller Betreuung. Ihnen droht mit dem 18. Geburtstag ein Übergang in Arbeits- und Wohnungslosigkeit. Wir sind für eine Verlängerung von Jugendhilfemaßnahmen für junge Erwachsenen bis 21. Jahre.

David Stögmüller und Dr. Löffler mit dem Entschließungsantrag
David Stögmüller und Dr. Löffler mit dem Entschließungsantrag

11.000 Kinder und Jugendliche sind in Österreich aufgrund schwieriger Familienverhältnisse teilweise in institutioneller Betreuung wie betreuten Wohngemeinschaften oder in Pflegefamilien. Das sind vorwiegend Kinder und Jugendliche, die in ihrer Kindheit schreckliche Erfahrungen machen mussten, und für die es besonders schwierig ist, ohne funktionierende Familie und Sozialstruktur im Alltags- und besonders im Berufsleben Fuß zu fassen.

Doch genau diese Kinder sind es, die nach ihrem 18. Geburtstag aufgrund der aktuellen Gesetzeslage aus der Jugendfürsorge rausfallen. Während die Hälfte der 23-jährigen ÖsterreicherInnen noch zu Hause bei den Eltern wohnt, sind die in der Jugendfürsorge betreuten Jugendlichen dann auf einen Schlag auf sich alleine gestellt sind. Damit drohen dann Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit und in weiterer Folge oft das Abrutschen in die Kriminalität.

Dachverband unterstützt unseren Entschließungsantrag

In diese Richtung argumentiert auch Dr. Hubert Löffler, Geschäftsführer des Dachverbands Österreichischer Jugendhilfeeinrichtungen: "Jugendliche, die in der Jugendhilfe aufwachsen, müssen im Vergleich zu denen, die in ihrer Herkunftsfamilie leben, deutlich früher selbständig werden. Das Risiko, zu scheitern, ist viel höher. Das ist nicht nur unmenschlich, sondern auch sehr teuer. Teurer jedenfalls als jede Begleitung bei diesem Übergang, die durch eine Änderung des Jugendhilfegesetzes installiert werden sollte. Ich kenne keine Eltern, die ihren Kindern mit 18 unbegründet jegliche Unterstützung entziehen. Nur die österreichische Jugendhilfe macht das - und zwar genau bei jenen, die ohnehin schon familiäre Traumata hinter sich haben."

Jugendministerin muss endlich aktiv werden - Zeit für Novellierung des Jugendhilfegesetztes

Auch in Österreich gibt es die Möglichkeit, die Jugendhilfemaßnahmen bis auf 21 Jahre zu verlängern. Das ist aber nur eine Kann-Bestimmung, aktuell wird das in Österreich nur bei 15% der Fälle angewendet. Wir fordern eine generelle gesetzliche Ausweitung auf 21 Jahre. Aus diesem Grund bringen wir morgen auch einen Entschließungsantrag ein, den wir gemeinsam mit dem Dachverband der Österreichischen Jugendhilfeeinrichtung erarbeitet haben – darunter befinden sich NGOs wie die Volkshilfe, die Diakonie, SOS-Kinderdorf oder die Österreichischen Kinder- und JugendanwältInnenschaften. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Jugendministerin ist gefordert, im Interesse der jungen Menschen das Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 endlich zu novellieren.

Andere Länder sind uns weit voraus

Wir müssen die jungen Menschen bestmöglich unterstützen und einen bestmöglichen Übergang in den Alltag als junge Erwachsene gewährleisten. Dabei sind uns die anderen Länder schon weit voraus: In Norwegen beispielsweise geht die staatliche Unterstützung bis zum Alter von 24 Jahren, in Deutschland können Jugendhilfemaßnahmen bis 26 Jahre verlängert werden.

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.