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am 17. August

Defizit: Wir fordern grundlegende Kassenreform

Ulrike Schwarz - Finanzierungen aus einer Hand, einen bedarfsorientierten Leistungskatalog für alle sowie kostendeckende Honorare und Regionalaufschläge für die niedergelassenen ÄrztInnenn statt Deckelungen und Pauschalierungen.

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Die Krankenkassen erwarten für heuer – entgegen den bisherigen Prognosen –ein Defizit von ca. 37 Millionen Euro. Die Reaktion des Hauptverbandes, als "Gegenstrategie" wieder bei der Verwaltung einzusparen und Leistungen zu "harmonisieren", lassen aber alle Alarmglocken schrillen. Es besteht die Gefahr, dass weiter Leistungen für die Versicherten gekürzt und die Honorare weiter gedrückt werden. Damit  wird die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gefährdet und der HausärztInnenmangel weiter angeheizt.

Forderung: kein Unterschied, ob Stadt oder Land, ob fest angestellt oder nicht

Es braucht jetzt dringend eine Gesamtstrategie, wobei die gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen muss. Eckpfeiler dabei müssen bedarfsorientierte Leistungen für die Bevölkerung und kostendeckende Honorare für die niedergelassenen HausärztInnen sein. Denn fehlen niedergelassene ÄrztInnen müssen PatientInnen verstärkt in die bereits jetzt überlasteten Ambulanzen in den Krankenhäusern ausweichen.

Wichtig aber ist: Es darf für die Versorgung keinen Unterschied machen, ob ich in der Stadt oder auf dem Land wohne, ob ich angestellt oder frei beruflich tätig bin.

Kassenreform nicht nur aus Sicht der Verwaltungskosten

Es gibt dringenden Reformbedarf – gerade in Bezug auf die Veränderungen der Bevölkerungsstruktur, auf die notwendigen Krankenkassenleistungen und für deren Honorierung. Hier gibt es große Unterschiede, einerseits bei den Leistungen für die PatientInnen und auch bei der Honorierung der ÄrztInnen. So gibt es einen hohen Verwaltungsaufwand der Arztpraxen gerade bei der Abrechnung. Das ist eben auch ein Grund, warum die Studierenden nicht in eine Praxis gehen wollen, sondern lieber als angestellte ÄrztInnen im Krankenhaus arbeiten wollen. Außerdem sind die meisten bei der Gebietskrankenkasse versichert und gerade da sind viele Leistungen pauschaliert bzw. gedeckelt. Es ist nicht einzusehen warum nur eine bestimmte Anzahl von therapeutischen Gesprächen oder EKGs verrechnet werden dürfen. Im Sinne einer guten Diagnostik und bedarfsorientierten Behandlung darf es hier zu keinen Kürzungen kommen.

Wir brauchen daher dringend einen bedarfsorientierten Leistungskatalog und kostendeckende Honorare für die Allgemeinmedizin. Mehr Zeit für Gespräche mit den PatientInnen erspart oft teure Medikamente. Es muss auch eine ausreichende Finanzierung von Praxen in ländlicheren Regionen geben, zum Beispiel durch zusätzliche Regionalaufschläge. Nur so können sich AllgemeinmedizinerInnen gut ausgebildetes Personal leisten und ein breites Spektrum an Leistungen für die Menschen in der Region anbieten.

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