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am 11. Oktober 2019

Weltmädchentag: endlich Chancengerechtigkeit

Maria Buchmayr - Die gute Bildung der Mädchen muss endlich in Gleichstellung und Chancengerechtigkeit münden. Die Realität bringt leider vielfach noch eine klaffende Einkommensschere und Altersarmut.

Der morgige internationale Mädchentag hält der Welt einen Spiegel vor. Und was wir sehen, muss uns aufrütteln. In vielen Ländern müssen Mädchen leiden, werden bedroht, ausgebeutet und benachteiligt. Es sind Lebensumstände, die sie ins spätere Leben als Frau mitnehmen. Aber auch das Bild, das wir hier in der sogenannten westlichen Welt sehen, pendelt zwischen beschämend und alarmierend. Von Gleichstellung weiter keine Spur. Vor vielen Mädchen liegt auch hier bei uns eine Zukunft mit Benachteiligungen im Job, beim Gehalt, in der Karriere bis zur Altersarmut. Es sind bekannte Problemfelder seit vielen Jahren, wir werden nicht lockerlassen, bis es hier spürbare und dauerhafte Veränderungen gibt.

Der Weltmädchentag wurde vor dem Hintergrund der schlechten Schulbildung von Mädchen weltweit initiiert. Mit der Bildung haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Ländern schon die Hauptvoraussetzung für eine Gleichstellung der Frau geschaffen. Die Gleichstellung der Geschlechter in der Bildung ist in der Verfassung verankert. Unsere Jugend genießt eine gute Bildung und Ausbildung, die Mädchen schneiden oftmals besser ab als die Buben und die Türen für ein erfolgreiches Berufsleben stehen prinzipiell offen. Aber in der Realität schlägt sich das nicht nieder. Wir haben nach wie vor eine klaffende Einkommensschere und viel zu wenig Frauen in Führungspositionen. Die Frauen tragen die Hauptlast der Familienarbeit, bekommen weniger Pension und landen oft in der Altersarmut.

Damit sind die drängendsten Aufgaben aufgelistet. Wir vergeuden Bildungsinvestitionen und riesiges Potential, wenn wir den Mädchen nicht die Tür in eine Zukunft der gleichen Chancen öffnen. Das heißt unter anderem gleicher Lohn, bessere Bezahlung in sogenannten typischen Mädchenberufen, Anrechnung der Kinderbetreuungszeiten auf die Pension und mehr Frauen in Führungspositionen. Die Welt verzichtet auf 12 bis 28 Billionen Dollar Wirtschaftswachstum, weil Frauen nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können. Das steht im McKinsey-Bericht von 2015. Wir haben es mit einer teuren Ungerechtigkeit zu tun, die wir endlich stoppen müssen.

2 Mädchen verschiedener Nationalitäten in der Schule
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