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am 29. September

Landleben für junge Frauen attraktiver machen

ooe.planet Redaktion - Dagmar Engl – unsere Spitzenkandidatin fürs Mühlviertel – möchte die konkreten Lebenssituationen für Frauen am Land verbessern, damit sie nicht in die Städte abwandern müssen.

Alle demografischen Untersuchungen weisen in die gleiche Richtung: Aus den Landgemeinden fernab der Städte und deren näherer Umgebung wandern immer mehr - vor allem junge - Frauen in die Städte ab. Meist sind es die besser gebildeten, mobileren und flexibleren Frauen. Sie gehen in die Stadt, weil sie am Land keine passenden Arbeitsplätze und Weiterbildungsmöglichkeiten finden. Darüber hinaus ist die Stadt attraktiver wegen des besseren Dienstleistungs- und Kulturangebotes. Mit ein Grund für die Abwanderung sind die in den ländlichen Regionen nach wie vor stark verankerten patriarchalen Strukturen mit ihren strikten Geschlechterrollen.

Mehr Frauen in die Gemeindestuben

Dies alles kann Dagmar Engl nur bestätigen. Sie wohnt selbst in der kleinen Gemeinde Katsdorf (Bezirk Perg) und engagiert sich dort auch im Gemeinderat. "Gemeindepolitik ist auch bei uns überwiegend Männersache. Die Sitzungen finden am Abend statt. Wer beim abschließenden Wirtshausbesuch nicht mehr dabei ist, der findet in den lokalpolitischen Netzwerken nur wenig Gehör", erzählt sie. Damit sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik einbringen können, wünscht sich Engl in Zukunft eine andere Sitzungskultur, etwa keine langen Sitzungen bis in die Nacht hinein. Mehr Frauen in der Kommunalpolitik sind für sie die ersten Voraussetzungen, um auch "frauengerechte" Strukturen zu schaffen und Gemeinden nicht nur männlich zu denken. Dafür müssen wir die Bürgermeistersessel erobern und endlich zu 50 Prozent in Gemeinderäten vertreten sein.

Was hält Frauen am Land?

Vor allem alleinerziehende Frauen am Land haben es schwer, Job und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. In vielen kleinen Landgemeinden schließen nach wie vor die Kinderbetreuungseinrichtungen zu Mittag und/oder haben in den Ferien zwei Monate geschlossen. Fehlende öffentliche Verkehrsangebote oder unzureichend ausgebaute Rad- und Fußwege tun ihr übriges. "Wer sich am Land kein Auto leisten kann, bleibt zurück." Neben einem leistbaren und attraktiven Öffentlichen Verkehr wünscht sich Dagmar Engl mehr und bezahlbare Wohnungen für junge Familien am Land. Darüber hinaus fordert sie für die Landgemeinde mehr öffentliche Begegnungsräume speziell für Frauen, sowie frauenspezifische Freizeiteinrichtungen. "Wenn vor allem junge Frauen am Land in ihren Aktivitäten besser als bisher unterstützt und ihre Netzwerke gefördert werden, hilft das, sie in den ländlichen Regionen zu halten."

Dagmar Engl

Bessere Kinderbetreuung am Land


Um das Landleben für Frauen attraktiver zu machen braucht es vor allem mehr Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder. Oberösterreich hat in diesem Punkt großen Aufholbedarf, ist es doch in den letzten Jahren zum bundesweiten Schlusslicht beim Angebot für frühkindliche Betreuungsplätze geworden. Nur 15,4 Prozent aller Kinder unter drei Jahren werden hierzulande in Einrichtungen betreut.

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