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am 24. November 2020

Gewalt gegen Frauen ist immer unerträglich

Maria Buchmayr - Frauenschutzorganisationen müssen die Mittel erhalten, die sie brauchen.

Gewalt gegen Frauen ist immer unerträglich, jede einzelne Tat, jeden Tag. Die Coronapandemie macht aber die bereits dramatische Lage noch dramatischer. Ein- und Beschränkungen lassen Frust und Aggression steigen und am Rücken von Frauen und Kinder eskalieren. Die häusliche Gewalt nimmt zu, ebenso Anzeigen und Betretungsverbote und der Zulauf zu den Frauenhäusern. Das ist die traurige Situation an diesem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Dass die Bundesregierung die Problematik erst nimmt, ist gut aber auch zwingend und selbstverständlich, um auch nach der Pandemie entschlossen gegen Gewalt gegen Frauen vorzugehen. Es müssen einerseits die Präventionsmaßnahmen massiv ausgebaut und zweitens die Frauen- und Gewaltschutzorganisationen deutlich gestärkt werden. Daran erinnert nicht zuletzt auch die alljährliche Kampagne "16 Tage gegen Gewalt" vom 25. November bis 10. Dezember.

Die Zahlen belegen die traurige Situation: Mit 1.670 Betretungsverboten bis Oktober ist diese Zahl laut Gewaltschutzzentrum Oberösterreich um 21 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen. Bundesweit wurden bis zum 31. August 2020 insgesamt 8.063 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen, durchschnittlich etwas mehr als 1.000 Betretungsverbote pro Monat.

Und die Lage entspannt sich nicht – im Gegenteil: Durch den neuerlichen Lockdown wagen es viele Frauen nicht, Gewalt zu melden oder ihr zu entfliehen. Sie sind in dieser Situation alleine. Je länger die Krise dauert, um so schwieriger wird die Lage der betroffenen Frauen.

Der heutige Gewaltschutzgipfel ist ein wichtiges Zeichen, die erweiterten Maßnahmen gegen häusliche Gewalt sind ebenso wichtige Maßnahmen. Aber jede Frau, die Hilfe benötigt, muss sie auch bekommen. Das ist neben der Prävention die oberste Devise. Und dafür müssen die Frauenschutzorganisationen künftig die Mittel erhalten, die sie brauchen. Denn die Coronapandemie wird eines Tages überwunden sein, der Kampf gegen die Gewalt gegen Frauen muss und wird mit aller Kraft weitergehen.

Stopp der Gewalt gegen Frauen
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