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am 22. November 2017

Aufschrei gegen Missbrauch und Belästigung

Maria Buchmayr - Ermutigen wir die Frauen aufzustehen, aufzuzeigen, sich zu wehren, nicht mehr zu tolerieren und nicht mehr zu schweigen.

Gewaltopfer

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter, sexuelle Belästigung und Missbrauch zählen dazu. Aber diese Masken fallen wie nie zuvor. Unzählige mutige Frauen gehen derzeit an die Öffentlichkeit – ob aus der Unterhaltungsbranche, dem Sport oder auch der Politik. Frauen, die sexuelle Belästigung und Missbrauch am eigenen Leib erlebt haben. Sie stehen stellvertretend für die unzähligen betroffenen Frauen abseits von Prominenz und Scheinwerferlicht. Es ist ein Aufschrei gegen Demütigung, Abwertung und Machtmissbrauch, gegen dumpfen Sexismus und perfide Dominanzund Abhängigkeiten. Diese Welle der Empörung darf nicht verebben, sie zeigt eine Wende, ein neues Selbstbewusstsein der Frau und sie ist eine Warnung an potentielle Täter - nicht nur am kommenden Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25.11.2017.

Die Fakten hinter dem Aufschrei waren nie Geheimnis und doch wenig beachtet. Drei Viertel der Frauen (74,2%) wurden im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt. Als bedrohlich wurde diese psychische Übergriffsform von 29,7% der Frauen empfunden. Sexuelle Gewalt erleben die in der vorliegenden Studie befragten Frauen gleich häufig in der Partnerschaft (10,7%), an öffentlichen Orten (10,1%), oder im Freundes- bzw. Bekanntenkreis (10,1%). (Quelle: https://www.gewaltinfo.at/fachwissen/ausmass/uebergriffe/sexuelle_belaestigung_und_gewalt.php)

Was von Tätern und Teilen der Gesellschaft oftmals als Kleinigkeit und Kavaliersdelikt abgetan wird, kann für die Opfer schwerwiegende Folgen haben, vom Verlust des Selbstwertgefühls, psychische und physische Erkrankungen, über soziale Isolation bis ins Privatleben hinein, bis zum Verlust des Arbeitsplatzes. Der aktuelle Aufschrei muss einen Zeitenwechsel einleiten. Schluss mit sexueller Belästigung und Missbrauch, Schluss mit Bagatellisierung. Ermutigen wir die Frauen aufzustehen, aufzuzeigen, sich zu wehren, nicht mehr zu tolerieren und nicht mehr zu schweigen.

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