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am 7. Dezember 2019

EU: Verbot Chlorpyrifos ist wichtiger Schritt

Rudi Anschober - Das EU-weite Aus für das Insektengift Chlorpyrifos ist ein wichtiger Schritt zum Totalverbot gesundheitsschädlicher Pestizide.

Neben Glyphosat gibt es weitere, weniger bekannte Wirkstoffe, die im Verdacht stehen, schwere gesundheitliche Schäden auszulösen. Eines davon ist Chlorpyrifos. Das Insektizid wird zur Bekämpfung saugender und beißender Insekten (wie beispielsweise Läuse und Fruchtfliegen) sowie gegen Bodenschädlinge auch in Österreich eingesetzt. Es wird vor allem bei Zitrusfrüchten wie Mandarinen und Orangen, aber auch bei Erdbeeren und Gemüse angewendet. Chlorpyrifos wurde im Jahr 2005 EU-weit zugelassen und steht im Verdacht Hirnschäden bei ungeborenen Kindern auszulösen. Im August hatte die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer Stellungnahme Bedenken hinsichtlich möglicher genotoxischer sowie neurologischer Auswirkungen während der Entwicklung geäußert. Dies wird untermauert durch Studiendaten, die gesundheitliche Auswirkungen bei Kindern zeigen. Gestern hat der zuständige Fachausschuss der EU-Mitgliedsstaaten gegen eine Erneuerung der im Jänner auslaufenden Zulassung von Chlorpyrifos gestimmt. Die EU-weite Zulassung endet somit am 31. Jänner 2020. Verboten wird zudem auch die Variante Chlorpyrifos-Methyl.

Die aktuelle Entscheidung für das Verbot von Chlorpyrifos ist ein wichtiger Schritt zum Totalverbot von gesundheitsschädlichen Pestiziden in Europa und in Österreich. Bei diesen gefährlichen Stoffen, die unsere Kleinsten so schwer schädigen können, kann es keinen Grenzwert, sondern nur ein Totalverbot geben. In unsere Umwelt werden Chemie-Cocktails ausgebracht, deren mögliche Auswirkungen nicht ausreichend untersucht sind. Es muss in unser aller Interesse liegen, gesundheitsgefährdende Pestizide gänzlich zu verbieten.

Laut staatlichen Kontrollen in Deutschland sind 44% der Grapefruits und 37% der Orangen mit dem Wirkstoff belastet. Im österreichischen Pflanzenschutzmittelregister finden sich unter den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-Methyl 7 zugelassene Präparate, die auf Ackerbaukulturen wie zum Beispiel Erdbeeren, Gemüse oder beim Obstbau zum Beispiel bei Pflaumen und im Weinbau angewendet werden.

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