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am 5. Juni

Von Ibiza in EU-Parlament: FPÖ hält zu Strache

Stefan Kaineder - Die FPÖ stößt die gesamte Nation vor den Kopf. Landeshauptmann und ÖVP-Vizechef Stelzer findet aber kein kritisches Wort zur Strache-Reinwaschung und öffnet so die Tür für Neuauflage von Schwarz-Blau.

Ibiza schwindet offensichtlich aus dem Gedächtnis der FPÖ. Denn nun ist klar: Die FPÖ hält zu Strache und macht ihm den Weg frei - von der Balearen-Party direkt ins EU-Parlament. Trotz dieses Videos, trotz aller unfassbaren Aussagen, trotz dieses entwürdigenden und demaskierenden Auftritts. Es ist absonderlich. Für Parteifunktionen kommt Strache angeblich nicht mehr in Frage, aber er darf nach diesem Skandal für Österreich ins EU-Parlament einziehen? Mit dieser sogenannten "Vereinbarung" mit Strache stößt die FPÖ die gesamte Nation vor dem Kopf. Mit diesem unmöglichen Spagat beweist die FPÖ einmal mehr, dass ihre Lernkurve flach bis bodennah ist.

Leider hat offensichtlich auch die ÖVP Oberösterreich ihren Lernprozess abgebrochen. Unmittelbar nach dem Ibiza-Video hatte die ÖVP noch klare Worte gefunden und klargestellt, dass für sie eine Bundesregierung mit dieser FPÖ nicht möglich ist. Das sieht Oberösterreichs Landeshauptmann und ÖVP-Vizechef Stelzer im heutigen Ö1 Interview wieder anders.

Er hat kein kritisches Wort zur Strache-Reinwaschung gefunden. Kein Wort zum Brüssel-Ticket für Strache. Ganz im Gegenteil: er hat die Tür wieder aufgemacht - für eine Neuauflage von Schwarz-Blau. Drei Wochen nach Ibiza, nach belegtem Machtrausch und anderen Offenbarungen, sind die Aussagen von Landeshauptmann Stelzer unverständlich. Es zeigt, dass die ÖVP nach wie vor bereit ist, einen verachtenswerten Politikstil zuzulassen, ja sogar in die Regierung zu holen, um selbst an der Macht zu bleiben.

Landeshauptmann Stelzer und schwarz-blau
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