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am 1. Februar 2019

Sie retten nun die Welt

ooe.planet Redaktion - SchülerInnen gehen jeden Freitag auf die Straße, weltweit und seit kurzem auch in Linz. Ihre Proteste könnten sich bald zu einer gesellschaftlichen Bewegung ausbreiten, wie vor fünfzig Jahren die StudentInnenbewegung. Die Bedingungen dafür sind gegeben.

Am 1. März versammelten sich wieder hunderte SchülerInnen am Linzer Hauptplatz, um für eine wirksame Klimapolitik zu streiken. Ihr Vorbild ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Sie war es, die sich am 20. August 2018 das erste Mal mit einem selbst gemachten Plakat vor das schwedische Parlament setzte und so mit dem "Skolstrejk" begann. Durch ein auf Instagram veröffentlichtes Bild gewann ihr Streik schnell an Bekanntheit. Auch ihre Reden beim UNO-Klimagipfel in Kattowitz und beim Weltwirtschaftsforum in Davos haben sie in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. Viele stimmen Greta zu und haben sich ihr angeschlossen bei dem Versuch, die Politik wachzurütteln. Denn, wenn die Jugendlichen nicht für ihre Zukunft kämpfen, wer tut es dann?

Was sich in Linz und in vielen anderen Städten weltweit zusammenbraut, sieht nach einem perfekten Proteststurm aus. Die SchülerInnendemonstrationen könnten sich schnell zu einer gesellschaftlichen Bewegung weiterentwickeln. Die Bedingungen dafür sind gegeben, meint auch Maximilian Prost 
in der "Zeit".

Betroffene bewegen politisch mehr

Die erste Bedingung des Proteststurms liegt in der Tatsache, dass jetzt diejenigen sprechen, die am meisten von der Klimakrise betroffen sein werden: Kinder und Jugendliche. Das gibt ihrem Anliegen eine ganz andere Durchschlagskraft. Denn die Geschichte lehrt, dass Betroffene politisch mehr bewegen als Nichtbetroffene.

Eine zweite Bedingung hat mit einer Veränderung des öffentlichen Diskurses zu tun. Noch vor zwei Jahren hätte eine demonstrierende Schülerin vor einem Parlamentsgebäude höchstens die lokalen Medien bewegt. Nach dem letzten Hitzesommer ist das einst ferne und abstrakte Thema Klimawandel nun für jedeN spürbar geworden.

Die politischen Fronten wurden sichtbarer

Der Klimawandel ist nicht nur sicht- und spürbarer geworden, auch die Fronten zwischen jenen, die etwas gegen die Erderwärmung tun möchten und den LeugnerInnen und VerhindererInnen sind klarer als noch vor drei Jahren. Putin, Trump, der neue brasilianische Präsident und die Saudis sabotieren ganz offen die Klimaziele. Diejenigen, die heute protestieren, haben nun klare AdressatInnen, denen sie ausrichten können: "So geht es nicht!"

Es ist eine Minderheit, die aus Geschäftsinteressen großen Schaden anrichtet, den die Mehrheit zu tragen hat. Grete Thunberg hat es in ihrer Rede auf dem UN-Gipfel so ausgedrückt. "Unsere Zivilisation wird für die Chancen einer kleinen Gruppe von Menschen geopfert, die immer mehr Geld verdienen wollen." Mit diesem Satz verwirft Thunberg auch die Vorstellung, wir alle, die Menschheit als Ganzes seien schuld am Klimawandel. Eine Vorstellung, die lange den Diskurs geprägt und die Verantwortung verschleiert hat. Mit diesem Satz legt Thunberg auch die Voraussetzung für politisches Handeln offen: "Bei der Klimakrise geht es nicht um persönliche Verfehlungen des Einzelnen, sondern vorrangig um gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse."

Friday for Future in Linz
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