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am 28. August 2020

Ja zu Hochschuloffensive in OÖ

Gottfried Hirz - Um Konkurrenz zu vermeiden sollte die Trägerschaft aber bei der Kepler-Universität liegen und neben Digitalisierung auch Klimaschutz im Fokus stehen.

Wir befinden uns in einer Zeit großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche. Hier in Forschung, Wissenschaft und Innovation zu investieren ist ein wichtiger Faktor, um die damit verbundenen Herausforderungen meistern zu können. Es ist daher ein positiver Vorschlag des Bundeskanzlers, im Bereich Digitalisierung neue Impulse zur Stärkung des Universitätsstandortes Oberösterreich zu setzen.

Uns ist aber wichtig, dass wir keine Luftschlösser für Wahljahre bauen, sondern Oberösterreich diese Ankündigung jetzt nutzt, um das universitäre Angebot im Land für Studierende, Lehrende und ForscherInnen auch tatsächlich kräftig auszubauen. Wir fordern daher von Landeshauptmann Stelzer, umgehend mit dem Wissenschaftsministerium und den StakeholderInnen der oberösterreichischen Hochschullandschaft einen produktiven Prozess zu starten. Zur Idee, in Oberösterreich eine neue TU in die Bildungslandschaft zu stellen, stehen wir folgendermaßen: Der Aufbau einer neuen Universität würde enorme Summen für Organisation und Verwaltung verschlingen. Viel sinnvoller ist, diesen neuen Schwerpunkt bei der Kepler-Uni anzusiedeln und somit die Mittel der Bundesregierung für diese Hochschuloffensive tatsachlich für neue Studienplätze und Forschungsschwerpunkte einzusetzen.

Wir werden uns jedenfalls intensiv und konstruktiv in diesen Diskussionsprozess einbringen. In einer ersten Bewertung sehen wir drei konkrete Punkte, die die angedachte Hochschul-Initiative erfüllen muss, damit sie erfolgreich sein wird und unsere Zustimmung bekommen kann:

1. Die Trägerschaft einer Digital-Uni sollte bei der Johannes Kepler Universität liegen und auch das Know-How der oberösterreichischen Innovationszentren muss genutzt werden.

An einem neuen Standort eine konkurrierende Universität hochzuziehen wäre hochgradig ineffizient, weil es teure Parallelstrukturen bedeuten würde. Intelligent ist die erfolgreiche Aufbauarbeit und Innovationskraft am Innovationsstandort Oberösterreich zu nutzen: Das LIT (Linzer Institute of Technology) der JKU, die Fachhochschulen Oberösterreich mit den Kompetenzzentren für Software (Hagenberg) und Nachhaltigkeit (vor allem Wels und Steyr) und das global vernetzte Ars Electronica Center.

2. Eine Digital-Uni muss ganzheitlich aufgesetzt sein: Wir brauchen neben technologischer Exzellenz auch Lösungskompetenz für die gesellschaftspolitischen Fragen, die mit der digitalen Revolution einher gehen.

Die digitale Transformation verändert unser Leben und Wirtschaften grundlegend. Sie schafft ungeahnte Möglichkeiten, bringt aber auch große Herausforderungen und Risiken mit sich. Eine universitäre Einrichtung, die den digitalen Wandel ins Zentrum stellt, muss den Anspruch haben, sich dieser großen gesellschaftlichen Zukunftsfragen - bis hin zu Fragen der Ethik - auch umfassend zu stellen. Damit einher geht auch der Stellenwert der PädagogInnenausbildung. Wir fordern schon lange, eine Vollausbildung auch am Bildungsstandort Oberösterreich anzubieten.

3. Eine gestärkte Uni Linz muss klarerweise Innovationsmotor für eine klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft sein.

Die Klimakrise bedroht unser Lebensgrundlagen akut. Klarerweise muss eine neu geschaffene universitäre Einrichtung die Frage der Transformation hin zur Klimaneutralität ins Zentrum rücken. Gerade in diesem Bereich hat Österreich auch bei der Kooperation zwischen Wissenschaft und innovativen Unternehmen enorme Potenziale. Durch den Green New Deal können hier auch beträchtliche Forschungsmittel aus dem EU-Budget lukriert werden.

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