Bezirkegruene.at
Navigation:
am 8. November

Fachkräftemangel: Handeln wir!

Ulrike Schwarz - Berufsentscheidung und Ausbildung der Jugendlichen müssen Schwerpunkte sein – Unser Antrag: regionale Ausbildungsplattformen, Produktionsschulen, überbetriebliche Lehrwerkstätten, Unterstützung für ausbildende Klein- und Mittelbetriebe.

Wenn wir nicht umgehend gegensteuern, wird aus der Fachkräftekrise ein Fachkräftedebakel, das dem Land schwer schadet. Besonders in den Regionen wird der Fachkräftemangel dramatisch ansteigen. Das eine Instrument gegen diese Entwicklung gibt es nicht, es kann nur ein Bündel von Maßnahmen sein. Ein unverzichtbarer Weg ist, bei der Jugend anzusetzen, bei deren Ausbildung und Berufsentscheidung. Wir haben dazu heute im Landtag klare Vorschläge geliefert, die jetzt im Ausschuss weiter besprochen werden. Es ist allerhöchste Zeit zu handeln - tun wir es.

In unserem Antrag listen wir Instrumente und Möglichkeiten auf, die Jugendliche gezielter und effektiver zur Fachkraft hinzuführen:

  • Regionale Ausbildungsplattformen:
    Mit diesen können die SchülerInnen in der Region früh auf die Möglichkeiten vor Ort aufmerksam gemacht werden. Die Bedürfnisse sind regional sehr unterschiedlich. Diese Plattformen informieren, welche Fachkräfte gerade in der eigenen Region gesucht werden und bieten auch alle Bildungsangebote. Diese Plattformen kooperieren eng mit den Schulen vor Ort, der Wirtschaft und dem AMS.
    Gerade jetzt starten viele Eltern und SchülerInnen den Erkundungsmarathon, für welchen Beruf sie sich entscheiden sollen. Diese Plattformen bieten die Informationen aus einer Hand. Sie sind die ideale erste Anlaufstelle für den beruflichen Werdegang.
  • Produktionsschulen:
    In den Produktionsschulen werden die Jugendlichen für die Ausbildung und den Arbeitsmarkt vorbereitet. Diese Möglichkeiten müssen stärker genutzt und Produktionsschulen in den ländlichen Regionen ausgebaut werden.
  • Überbetriebliche Lehrwerkstätten in den Regionen:
    Diese können neben den aktiven Lehrbetrieben, Jugendlichen, die keine passende Ausbildung oder Lehrstelle finden, eine gute und fundierte Ausbildung anbieten. Also "vorbeugend" Fachkräfte ausbilden und so auch das handwerkliche Know How in der Region halten.
  • Unterstützung für Klein- und Mittelbetriebe:
    Diesen ist es personell und finanziell oft nicht möglich, den Jugendlichen neben der theoretischen und praktischen Ausbildung auch weitere Angebote zu ermöglichen. Auch die Übernahme der Internatskosten belastet diese Unternehmen. Für diese Betriebe muss es dringend zusätzliche Unterstützungsangebote geben. Das ist gut investiertes Geld und außerdem gerecht, denn eine Schulausbildung kostet die öffentliche Hand aktuell das doppelte einer Lehrausbildung.

Ohne Gegenmaßnahmen wird der Fachkräftemangel gerade in den Regionen dramatische Ausmaße annehmen. Aktuell herrscht der größte Engpass in der Region Linz-Wels mit 3,6 Prozent. Aber mittelfristig wird der Fachkräftemangel in der Region Steyr-Kirchdorf auf 2,6 Prozent und in der Region Traunviertel auf 3,3 Prozent ansteigen. Noch verheerender sind die langfristigen Aussichten. 2030 ist in allen Regionen mit einem Engpass von 15 Prozent oder mehr zu rechnen.
Das ist wohl mehr als alarmierend. Ziehen wir alle Register, nutzen wir alle Möglichkeiten, um diesen Schaden vom Land abzuwenden.

Jetzt spenden!