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am 5. Dezember 2019

OÖ verbraucht zu viel Boden

Ulrike Böker, Severin Mayr - Jeder neue Supermarkt und jeder neue Autobahnkilometer nimmt uns wertvollen Boden. Die Raumordnungsnovelle hat richtige Ansätze, bleibt aber inkonsequent.

Der heutige Weltbodentag muss uns alle aufrütteln. Endlich den Bodenschutz ernst zu nehmen und umzusetzen, ist aber vor allem Aufgabe der verantwortlichen Politik – auch in Oberösterreich. Die Verantwortlichen zaudern aber nach wie vor. Derzeit wird im Land Boden verbraucht, als müsste man ihn nur nachbestellen. Wir bekommen nun zwar eine Raumordnungsnovelle, die richtige Ansätze hat, aber inkonsequent bleibt und wichtige Bereiche ausspart. Wir müssen klar weg vom Bodenverbrauch, vom Zubetonieren und Asphaltieren.

In Oberösterreich werden derzeit täglich 2 Hektar Boden für Bau- und Verkehrszwecke umgewidmet, 1 Hektar davon wird in der Folge versiegelt. Österreichweit beträgt die aktuelle Flächeninanspruchnahme 12 Hektar pro Tag – das entspricht 17 Fußballfeldern. Gleichzeitig hat Österreich europaweit die größte Supermarktfläche und das in Relation längste Straßennetz.

Es muss Schluss sein mit Supermärkten auf der grünen Wiese. Parkplätze gehören auf oder unter Betriebsgebäude. Wir müssen das Grünland schützen und Leerstände nutzen. Vor allen muss auch unser Agrarland geschützt werden, dort wo unser Essen wächst, darf nicht mehr gebaut werden. Das wird in der neuen Raumordnungsnovelle gar nicht berücksichtigt.

Auch der Anteil des Straßenverkehrs am Bodenverbrauch in Oberösterreich ist enorm. 358 Quadratkilometer benötigt laut VCÖ (Verkehrsclub Österreich) der Verkehr, das entspricht der vierfachen Fläche von Linz. Seit dem Jahr 2005 hat der Flächenverbrauch des Verkehrs um 23 Quadratkilometer zugenommen ,das entspricht etwa der Fläche des Traunsees. Da müssen die Alarmglocken schrillen. Jedes Straßenprojekt, jeder neue Autobahnkilometer nimmt uns wertvollen Boden. Schon jetzt toppt der Bodenverbrauch für Verkehr den für Wohnen mehr als deutlich: 45m2 Wohnraum fallen pro Person an, demgegenüber stehen 245m2 Verkehrsfläche pro Person.

Dennoch planen die Verkehrsverantwortlichen eine Autobahn nach der anderen. Neben der vorgesehen Linzer Ostumfahrung mit zusätzlicher Verkehrsbelastung, Schadstoffen und enormen Bodenverbrauch, droht auch noch die Waldviertel-Autobahn. Alleine diese drohende Asphaltschneise zwischen Niederösterreich und Oberösterreich wird bis zu 2.000 Hektar Fläche verbrauchen. Für Oberösterreich sind das 500 Hektar - etwa die Fläche von allen Fußballplätzen in Oberösterreich.

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