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am 29. Juni

Mehr Klima- & Bodenschutz ist der Auftrag

Ulrike Böker - Reagieren wir nicht, verlieren wir immer mehr eigene Agrarprodukte und Lebensmittelanbauflächen

Mehr Klimaschutz und mehr Bodenschutz, das ist der gleich doppelte Auftrag des heute präsentierten oberösterreichischen Bodeninformationsberichts. Wir müssen den Klimawandel viel stärker bekämpfen, da wir sonst immer weniger eigene Agrarprodukte haben und damit unsere Ernährungssouveränität gefährdet ist. Und wir müssen viel strenger gegen den Bodenverbrauch vorgehen, da wir sonst immer mehr Lebensmittelanbauflächen verlieren. Dieser Bericht bestätigt auch vollinhaltlich unsere Schwerpunktsetzungen. Nur mit einem konsequenten Vorgehen erhalten wir den nächsten Generationen eine intakte Lebensgrundlage.

Dass der Klimawandel die Lebensmittelproduktion beeinträchtigt, ist eine Tatsache und lässt sich am Beispiel der Erdäpfel drastisch belegen. Bei einer weiterhin starken Klimaerwärmung sind wir in rund 30 Jahren zu 70% auf Erdäpfelimporte angewiesen. 2050 werden dann nur noch 30% der Erdäpfel in Österreich wachsen, gegenüber aktuell 85% Selbstversorgungsgrad. Auch beim Getreide wird die Selbstversorgung in diesem Szenario auf 51% sinken.

Aber auch der enorme Bodenverbrauch bedroht die eigene Lebensmittelproduktion. Pro Jahr werden in Oberösterreich 800 Hektar Grünland in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewidmet. – das sind 2,2 Hektar pro Tag. 42% dieser Fläche werden versiegelt. Damit gehen jedes Jahr vor allem Wiesen und Äcker und somit Lebensmittelanbauflächen verloren.

In diesem Zusammenhang weisen wir auf die Ziele der Bundesregierung hin, die eine deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs erreichen wollen. Denn bis 2030 soll der tägliche Bodenverbrauch bundesweit von derzeit 13 Hektar auf 2,5 Hektar reduziert werden. Für Oberösterreich ist damit das Ziel 0,4 Hektar/Tag, das heißt wir müssen jedes Jahr den Verbrauch um weitere 65 Hektar/Jahr reduzieren, um auf diesen Zielwert zu kommen (das sind 46 Fußballfelder/Jahr).

Das schaffen wir nur mit einem ehrgeizigen Raumordnungsgesetz. Und davon ist die aktuelle Novelle meilenweit entfernt. Wir brauchen einen verbindlichen Schutz der ertragreichsten Lebensmittelanbauflächen und viel mutigere Maßnahmen zur Eindämmung des Bodenverbrauchs.

Kartoffeläcker Vorarlberg
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