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am 6. Dezember

Pensionssplitting: Nehmen Haberlander beim Wort

Maria Buchmayr - Wir nehmen LRin Haberlander beim Wort und erwarten eine Zustimmung der ÖVP. Frauen bekommen fast die Hälfte weniger Pension als Männer.

Es war sehr erfreulich, von der neuen Landeshauptmann-Stellvertreterin Haberlander zu hören, dass sie die Aussagen von VP-Frauenministerin Bogner-Strauß begrüßt, die sich für ein automatisches Pensionssplitting mit einer opt-out Möglichkeit ausgesprochen hatte​. Wir werten das als klare Unterstützung für unsere langjährige Forderung nach einem automatischen Pensionssplitting. Denn Gerechtigkeit bei den Pensionen ist mehr als überfällig. Frauen bekommen fast die Hälfte weniger Pension als Männer, sie schultern die Kinderbetreuung, arbeiten dafür Teilzeit und haben als Dank dann solche Nachteile bei der Altersversorgung. Das müssen wir ändern und Landesrätin Haberlander ist offensichtlich der selben Meinung. Wir nehmen sie beim Wort.

Der Vorschlag von Bogner-Straß entspricht genau einem Antrag von uns, der bisher bereits zweimal im Ausschuss behandelt und zwei Mal zurückgestellt worden ist. Mit dieser Aussage von Landesrätin Haberlander sollten die Weichen gestellt sein, dass die ÖVP Oberösterreich unserem Antrag nun zustimmen wird. Die Stimme der neuen Landeshauptmann-Stellvertreterin sollte schon entsprechend Gewicht haben.

Es ist längst Zeit für echte Wahlfreiheit für die Eltern. Ohne Pensionsnachteile sollen sie sich frei entscheiden können, wie sie sich die Kinderbetreuung aufteilen beziehungsweise organisieren wollen. Folgende Nachteile sind aktuell: Frauen bekommen um 43 Prozent weniger Pensionsbezug als Männer. Im Vergleich ist rein rechnerisch ihr Jahrespensionsbezug bereits am 27. Juli aufgebraucht. In Oberösterreich ist die Situation sogar noch trister als im österreichischen Durchschnitt, hier waren die statistischen Frauenpensionen sogar bereits am 8. Juli aufgebraucht.

Das ist eine riesige Ungerechtigkeit. Frauen erhalten für die gleiche Arbeitsleistung noch immer deutlich weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, sie leisten noch dazu den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung und zwei Drittel der unbezahlten Haushalts- und Sorgearbeiten.

Für Frauen mit lückenhaften und durch Teilzeit geprägten Berufskarrieren hat sich die Verlängerung des Durchrechnungszeitraums sehr negativ auf ihre Pensionsbezüge ausgewirkt. Um die Nachteile für jenen Elternteil abzufedern, der sich überwiegend der Kindererziehung widmet, gibt es seit 2005 das sogenannte Pensionssplitting auf Antrag – für die ersten 7 Jahr nach der Geburt des Kindes kann der erwerbstätige Elternteil bis zu 50% seiner Pensionskonto-Teilgutschriften auf das Pensionskonto des betreuenden Elternteiles übertragen – davon machen Eltern aber nur selten Gebrauch. Eine finanzielle Absicherung des überwiegend in der Kindererziehung tätigen Elternteiles wäre ein großer und wichtiger Schritt in Richtung mehr Gerechtigkeit im österreichischen Pensionssystem.

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