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Studie belegt, wieviele Jobs durch Umstellung auf Biomasse geschaffen und wieviele Umweltschäden eingespart werden

Praxistest Grüne Jobs durch Grüne Technologie für Energiewende.

Oberösterreich will Europas Kompetenzzentrum bei grünen Technologien werden. Eine Untersuchung der Universität Linz über die Auswirkungen des Ausbaus der Biomassetechnologie, bei der Oberösterreich bereits Weltmarktführer ist, zeigt, dass damit tolle wirtschaftliche Chancen verbunden sind: 7.516 Arbeitsplätze werden jährlich durch Produktion, Montage und Installation sowie Brennstofferzeugung in Oberösterreich geschaffen oder gesichert, 403 Mio. Euro werden jährlich an Masseeinkommen lukriert, 42 Mio. Euro wurden in den vergangenen neun Jahren an Umweltschäden durch die Umstellung von Öl- auf Holzheizungen eingespart. 

 Die Biomassebranche ist einer der Bereiche, in denen Oberösterreich es bereits geschafft hat, Weltmarktführer und Europas Kompetenzzentrum zu werden. Dies soll in den nächsten Jahren auch bei den anderen grünen Technologien geschehen. Der Biomassebereich zeigt, wieviel Nutzen für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Jobs dadurch möglich sind und dass grüne Technologien die größte Zukunftschance für den oö. Arbeitsmarkt darstellen. Der Bereich Biomasse zeigt, dass durch den weltweiten Start der Energiewende große Zukunftsmärkte entstehen. 2013 wurden weltweit bereits 25 Mio. Tonnen Pellets verarbeitet. Nach den, bei der im Rahmen der World Sustainable Energy Days abgehaltenen Europäischen Pelletskonferenz, vorgelegten Marktprognosen wird sich die jährlich verarbeitete Pelletsmenge bis 2020 auf 51 Mio. Tonnen verdoppeln (davon 35 Mio. in Europa). Gerade in OÖ entwickelt sich die Umstellung von Ölheizungen auf Biomasseheizungen: Biomasse liegt nun mit 145.000 Haushaltsheizungen bereits vor Ölheizungen mit 138.000 Heizungen. 

In einer von Energie-LR Rudi Anschober beauftragten Studie von Prof. Dr. Friedrich Schneider, JKU Linz, wurde untersucht, welche gesamten regionalen volkswirtschaftlichen Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch die Produktion und Montage von Biomasseheizkesselanlagen in Oberösterreich entstanden sind. Der Fokus liegt auf den wertschöpfungswirksamen Personalausgaben, den Produktionsausgaben, den Ausgaben im Zusammenhang mit der Installation bzw. Montage der Biomasse-heizkesselanlagen sowie den Nettoproduktionswerten. 

 Zusätzlich zu den Erstrundeneffekten werden mit Hilfe eines ökonometrisch geschätzten Simulationsmodells auch die Zweitrundeneffekte berechnet. 

 Biomasse schafft Arbeitsplätze in der Vorzeigeregion Oberösterreich 

 Von der Gesamtzahl der in Österreich im Bereich der Biomasse-Produktion beschäftigten Personen (12.979 Personen) entfallen 75 Prozent auf das Bundesland Oberösterreich. Seit 2010 steigen die Zahlen der Beschäftigten in der Biomasse-Branche stetig an, der positive Aufwärtstrend ist bemerkenswert. Die Nettoproduktionswerte für Montage und Installation, für die Produktion und für den Brennstoff zeigt die folgende Tabelle für die Jahre 2010 bis 2012. Durchschnittlich entfallen 75 Prozent des Gesamtumsatzes im Rahmen des gesamten Herstellungsprozesses auf die Produktion der Anlagen in Oberösterreich.

Simulationsergebnisse 

Bei dem für die Simulationen verwendeten Modell handelt es sich um ein ökonometrisch geschätztes, mittel- bis langfristig orientiertes und sektoral gegliedertes Simulationsmodell, das 15 Wirtschaftsbereiche enthält. In einem interaktiven System von 64 Verhaltens- und 142 Definitionsgleichungen wird das aus der Theorie abgeleitete und anhand tatsächlicher Gegebenheiten beobachtete Wirtschaftsverhalten der Akteure so authentisch wie möglich abgebildet. 

In der folgenden Tabelle sind die Simulationsergebnisse der volkswirtschaftlichen Wertschöpfungsberechnungen dargestellt. Insgesamt verdeutlichen diese Ergebnisse, dass, wenn man den Bestand der Branche um die Biomasseheizkesselanlagen in Oberösterreich und auch den Ausbau der vorhandenen Firmenstruktur volkswirtschaftlich analysiert, die ökonomischen Auswirkungen eindeutig positiv und beträchtlich sind.

Die Effekte der konsumwirksamen Ausgaben der oö. Beschäftigten auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrugen in Summe 300,765 Mio. Euro und durch die Tätigkeit bzw. die finanziellen Rückflüsse in die Wertschöpfungskette durch die Beschäftigten wurden 2.420 Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten. Das zusätzlich generierte oö. BIP betrug im Jahr 2010 82,191 Mio. Euro und steigerte sich bis zum Jahr 2012 auf 123,516 Mio. Euro. Das zusätzliche Masseneinkommen steigerte sich von 35,515 Mio. Euro (2010) auf 53,371 Mio. Euro (2012) und die zusätzliche Beschäftigung betrug 2010 661 Personen und lag 2012 bei 994 Personen. 

Die folgende Tabelle 5-1 fasst die Ergebnisse zusammen, die durch die gesamten Ausgaben im Zeitraum von 2009 bzw. 2010 bis zum Jahr 2012 entstanden sind. Bei den Werten handelt es sich um die durchschnittlich jährlichen Effekte durch die Branche für Biomasseheizkesselanlagen in Oberösterreich. Betrachtet man die Effekte durch die Montage und die Produktion der Biomasseheizkesselanlagen und die Effekte durch die Herstellung des Biomassebrennstoffes, dann beträgt der zusätzliche durchschnittliche jährliche Wertschöpfungseffekt am regionalen BIP – im betrachteten Zeitraum – rund 934 Mio. Euro pro Jahr. Das zusätzlich generierte oö. Masseneinkommen betrug im gleichen Zeitraum rund 403 Mio. Euro und auch der zusätzliche Beschäftigungseffekt mit rund 7.516 Arbeitsplätzen stellt eine eindeutige, im volkswirtschaftlichen Sinn positiv zu bewertende Entwicklung dar. 

Einsparungspotenzial an fossilen Energiestoffen 

 Generell hat eine Steigerung der Biomasseheizkesselanlagen in den ö. und oö. Haushalten und Industrien einen positiven Einfluss auf die Handelsbilanz, da fossile Energieträger eingespart werden – das dazu notwendige Rohöl muss zu 100 Prozent importiert werden. 

 Aufgrund des stetigen Wachstums der Biomasseheizkesselanlagen, welche auf heimische Ressourcen zurückgreifen, konnte die Menge an Heizöl und auch an Kohle in den letzten Jahren bereits stark reduziert werden (österreichweit um 64% bei Kohle, 28% bei Heizöl). Die oö. Haushalte setzen zu 27 Prozent auf Fernwärme, zu 25 Prozent auf Holz, Hack, Pellets, zu je knapp 20 Prozent auf Heizöl bzw. Erdgas. Solar nimmt knapp 6 Prozent ein, Strom 4 Prozent. 

Betrachtet man das Einsparungspotenzial von Kohlendioxid zeigt sich deutlich, dass die Erneuerbaren nachhaltig zu einer ausgewogeneren Bilanz des CO²-Ausstoßes beitragen. Über den Zeitraum von neun Jahren, haben die Bioheizkesselanlagen die Umwelt um 5.802,30 Mio. kg CO2 weniger belastet. Eine einzelne in Betrieb befindliche klassisch betriebene Ölheizungsanlage verursacht pro Jahr 6.220 kg CO2 (inkl. Vorkette). Eine durch natürliche Rohstoffe betriebene Biomasseheizkesselanlage hingegen (inkl. Vorkette) pro Jahr nur 160 kg CO2. Dies entspricht einer jährlichen Differenz pro Anlage von 6.060 kg CO2.

 Die Schadenskosten durch CO2-Emissionen, welche inkl. der Vorkette jährlich pro Tonne CO2 verursacht werden, können mit 50 Euro beziffert werden. Über den betrachteten Zeitraum von neun Jahren sind durch die Ölheizungen Emissionsschäden in Höhe von rund 43,15 Mio. Euro entstanden. Der Umfang der Emissionsschäden im gleichen Zeitraum durch erneuerbare Energieheizungen: 1,16 Mio. Euro. 

Zusammenfassung und Ausblick

 Als Schlussfolgerung kann man aus diesen Ergebnissen der Simulation eindeutig erkennen, dass die volkswirtschaftlichen Effekte des Betriebes und des Ausbaus im Rahmen der Biomasse-heizkesselanlagen in Oberösterreich quantitativ bedeutend sind. Sie sind sowohl für die Wirtschaft als auch für das Land Oberösterreich (ebenso für Gesamt-Österreich) ein nicht zu vernachlässigender Faktor und stellen im volkswirtschaftlichen Sinn eine bedeutende Größe dar. 

Der Exportanteil der oö. Biomassekesselproduzenten beträgt im Durchschnitt 71Prozent. 

Durch den kontinuierlichen Ausbau von Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energiequellen kann zudem die Handelsbilanz des Landes verbessert werden und vor allem kann das Ausmaß an Emissionsschäden durch die ausgestoßenen CO2-Mengen auf knapp 3% - im Vergleich zu alten Heizölheizungen - reduziert werden.

27.02.2014

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