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11.11.2022 Allgemein

Was­ser­ma­na­ge­ment in der Ge­mein­de

Die Gusen in Gallneukirchen

Wasser zu sparen ist die eine Sache. Den Wasserhaushalt in Schwung zu bekommen eine andere. Durch die Versiegelung von Flächen und das Ableiten von Regenwasser in die Kanalisation gehen jährlich hunderttausende Liter Wasser direkt ins Schwarze Meer – Wasser, das für das Mikroklima in den Regionen dringend benötigt wird. Jeder Gärtner wird schon die Erfahrung gemacht haben, dass trockene Böden kein Wasser aufnehmen können.

 

Versiegelter Boden kann kein Wasser verdunsten. 

In Siedlungsräumen mit hohen Versiegelungsraten führt dies zur Veränderung des Mikroklimas und zum Anstieg der lokalen Temperaturen. Gemeinden könne ihre Wasserkraft halten, indem sie Regenwasser ermöglichen, in den Boden einzusickern. Der Schlüssel liegt bei den Kommunen: die Gemeinden sorgen mittels örtlicher Raumordnung für die Entwicklung des Gemeindegebiets – dabei kommt ihnen bei Flächen- und Wassersparen eine entscheidende Rolle zu. Sie können verschiedene Maßnahmen setzen, um ihre Böden zu schützen. Das reicht von sensiblerem Umgang mit den gemeindeeigenen Gründen bis zu Bewusstseinsbildung von Bevölkerung, Bauherren und Planer:innen bis hin zu wirtschaftlichen Anreizen für Häuslbauer:innen (Zuschüsse). Über Gemeindeabgaben ergäbe sich ebenfalls ein Lenkungseffekt (Steuern steuern!).  Die Lösung für viele Probleme ist eine dezentrale und erfolgt ganz ohne Regelung der Regierung oder europäischer Union (Know-how lokal vorhanden – Gelder willkommen!).

 

Dem Thema Wasser kommt ein wesentlicher Planungsteil zu: ein kommunaler  Wasserentwicklungsplan sollte regeln, dass unser wertvollstes Gut – eben Wasser – sinnvoll verwendet wird.

 

Das Prinzip der „Schwammstadt“ fließt in die Neuplanung von ganzen Straßenzügen ein. In Attnang Puchheim entsteht gerade die erste Schwammstadt Oberösterreichs (https://tinyurl.com/Schwammstadt-AP). Regenwasser wird dabei so abgeleitet, dass Bäume mit diesen Wasserreserven bis zu neunzig Tage ohne Regenfall auskommen können.

 

Versickerungsflächen werden in vielen Gemeinden für öffentliche Flächen vorgesehen. Nachgewiesener Maßen macht die grüne Stadt Menschen widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten – auch der Atemwege (Obacht: Corona!).

Bodenschutz sollte endlich groß geschrieben werden. 

Dürreereignisse werden in Zukunft noch zunehmen – das hat leider auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel – aber auch auf die Qualität des Wassers. Ist zu wenig Grundwasser im Untergrund, das nach oben „drückt“ gelangen Stoffe mit dem Regen in die sonst wasserführenden Schichten, die dadurch selbige verunreinigen.

Auch die Abwassersituation kann zukünftig dadurch eine andere werden: das Kanalnetz, früher planmäßig von Starkregen durchgespült kann bei 9.000 Einwohner:innen bei der sommerlichen Trockenheit ans Limit kommen. Vielleicht würde es Sinn machen, für neue Wohnanlagen Pflanzenkläranlagen zu errichten, um das Kanalsystem zu entlasten und gleichzeitig Feuchtigkeits-Biotope zu schaffen.

Vor allem in den Sommermonaten kommt dem offenen Gewässer Gusen eine wichtige Rolle in der Naherholung zu. 

Durch die im Raum stehende Gestaltung (Gusentrail, Renaturierung) entsteht attraktiver öffentlicher Raum. Auf diesen Plätzen werden sich – vor allem in Hitzesommern – alle Altersgruppen gerne aufhalten. Vor der Hitze ist jeder gleich! Nachdem die lange vernachlässigte Gusen inzwischen erheblich an Anerkennung gewonnen hat, ist es an der Zeit, auch im restlichen Gemeindegebiet dem Thema Wasser einen höheren Stellenwert zu verschaffen.

Roland Atzlesberger
Roland Atzlesberger

Ersatzgemeinderat

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