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09.05.2022 Presse

Steyr: West­spange be­lastet Men­sch, Klima und Umwelt

Hatten viele auf Einsicht gehofft, schreibt die so umstrittene Steyrer Westspange wieder Schlagzeilen. Denn nach trügerischer Ruhe treiben die Verantwortlichen und FürsprecherInnen dieses Projekt wieder verstärkt voran. ÖVP, SPÖ und FPÖ halten trotz aller Kritik von vielen Seiten an der Westspange fest. Sie sprechen irrigerweise von einer Entlastung der Stadt und bekommen Rückendeckung von Verkehrslandesrat Steinkellner, der von einem Baubeginn 2026 ausgeht, nach Vorliegen der materienrechtlichen Bewilligungen.

Dabei ist diesen so lange debattierte Straßenprojekt in vielerlei Hinsicht ein Unding. Angefangen mit den Kosten: 27 Millionen sollte diese rund 4 Kilometer lange Umfahrung kosten, nunmehr wird sie mit 55 Millionen mehr als das Doppelte verschlingen. Das scheint aber fast nur ein Nebenaspekt zu den gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt und den vollmundigen Entlastungsankündigungen, die so nicht eintreten werden. Auf beides weisen seit vielen Jahren BürgerInnen-Initiativen hin, die in ihrem Widerstand die volle Unterstützung der Grünen auf Stadt- und Landesebene haben.

"Wir Grüne stellen uns klar gegen dieses Projekt. Ein Projekt, das gewaltig viel Boden vernichtet, neuen Verkehr nach Steyr holt und jegliche Klimaschutzbemühungen konterkariert."
Landessprecher Stefan Kaineder

Statt Entlastung droht eine neue Transitroute

Die so vehement vorgetragene Entlastung wird es nicht geben. Im Gegenteil droht Steyr mit der Westspange Teil einer neuen Transitstrecke zu werden. Eine Route von Prag, über den neuen Straßenbau bis zur Grenze, die B 10 bis Linz und von dort über Steyr bis zur A9. Statt einer Entlastung bekäme Steyr eine neue Flut an Verkehr, Abgasen und Lärm.

Belastung der AnrainerInnen und deren Lebensqualität

Dass die Menschen und die Lebensqualität darunter leiden würden, ist leicht nachvollziehbar. ExpertInnen sehen den Landschaftsraum zwischen dem jetzigen Siedlungsraum und der nördlichen Stadtgrenze in einem Ausmaß verändert, der einer vollständigen Zerstörung gleichkommt. Die BewohnerInnen der angrenzenden Siedlungen würden ihre Naherholungsgebiete verlieren, das Landschaftsbild massiv verändert.

"Die heimische Verkehrspolitik muss endlich in der Gegenwart ankommen und sich der Zukunft zuwenden. Uraltprojekte wie die geplante Linzer Ostumfahrung und eben die Steyrer Westspange enden in der Sackgasse. Sie stehen im krassen Gegensatz zu einer neuen Mobilität, die unausweichlich kommen wird und muss. "
Mobilitätssprecherin Dagmar Engl

Bodenvernichtung in größtem Ausmaß

Eine Straßenprojekt dieser Größenordnung würde den ohnehin schon exzessiven Bodenverbrauch in Oberösterreich weiter massiv vorantreiben. Etwa 20 Hektar Boden würden alleine der Landwirtschaft verloren gehen. Wieder droht eine riesige Menge wertvoller Boden unter Beton und Asphalt zu verschwinden und würde damit unwiederbringlich zerstört.

Ein aus der Zeit gefallenes Asphalt-Projekt

Grundsätzlich sendet dieses Mega-Straßenprojekt ein verheerendes Signal. Ein Zeichen, dass man als Verantwortliche auf Ebene der Stadt und des Landes OÖ nicht verstanden hat. Denn eine solche Umfahrung ist aus der Zeit gefallen und eine Verkehrspolitik, die daran festhält, vorgestrig. Als gäbe es weder die Klimakrise noch die Notwendigkeit aus den fossilen Fesseln auszubrechen, treibt man ein klima- und umweltbelastendes Projekt voran und negiert alle Überlegungen zu Alternativen. Beton und Asphalt bleiben das Dogma, während sich die Welt ringsherum verändert, verändern muss.

"Die Ackerböden zwischen Linz und Steyr sind von herausragender Qualität und großer Bedeutung. Sie speichern viel Wasser und haben damit eine wichtige Funktion die Folgen des Klimawandeln abzufedern. Vor allem sind sie extrem fruchtbar und leisten damit einen essentiellen Beitrag zur Ernährungssicherheit. Wir haben diese grundsätzlich zu schützen und vor allem darf dort nicht mehr gebaut werden, wo unser Essen wächst. "
Ruth Pohlhammer, Fraktionsvorsitzende der Grünen Steyr
Stefan Kaineder

Klimalandesrat und Landessprecher

lr.kaineder@ooe.gv.at
Dagmar Engl

Landtagsabgeordnete und Stellvertretende Landessprecherin

dagmar.engl@gruene.at
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