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19.12.2022 Allgemein

Pla­ne­ta­re Gren­zen

Kipppunkt - menschliche Landnutzung

Vier von neun Planetaren Grenzen sind bereits überschritten – dazu gehört unter anderem die menschliche Landnutzung. Die Menschheit verändert damit das Antlitz der Erde und gefährdet die eigene Zukunft. Das Tempo ist rasant: Versiegelung von Grünflächen, Rodung von Wäldern und intensive landwirtschaftliche Nutzung. Das führt zu einem Wandel der Landsysteme, damit zu einem Verlust wichtiger Funktionen von Ökosystemen, zu Bodenabbau und einer Abnahme der biologischen Vielfalt. 

Johan Rockström, der Entwickler des Modells der planetaren Belastungsgrenzen und sein Wissenschaftsteam empfehlen, dass maximal 15 Prozent der globalen, eisfreien Landfläche von Menschen als Ackerland genutzt werden soll.  Im Amazonas-Regenwald geht man von 20 bis 25 Prozent aus. Das bedeutet, dass ein Großteil der natürlichen Waldgebiete mitsamt ihrer Ökosysteme erhalten bleiben müssten, um die natürlichen Fähigkeiten des Erdsystems zur Regulierung nicht zu gefährden.

Österreich weit gesehen gelten derzeit 38,1% als Dauersiedlungsraum. Darunter sind 32,6% Landwirtschaftliche Nutzung und 0,9% Bauflächen. Die restlichen 61,2% sind nicht dauernd besiedelt und sind somit Wälder (42%), Gewässer, alpine Weiden und Ödland des Hochgebirges (10,8%).  

In Oberösterreich ist die Situation noch eklatanter. Dort sind derzeit 55,8% Dauersiedlungsraum, davon werden 49,9% landwirtschaftlich genutzt bzw. 1% sind Bauland. Vom Rest entfallen 37,6% auf Wald und 0,4% alpines Grünland. Österreich, insbesondere auch Oberösterreich, überschreitet damit diese empfohlene Planetare Grenze bei weitem. (Quelle: https://www.oesterreich.com/de/staat/bodennutzung)

Warum ist das wichtig?

Wichtige Funktionen des Bodens sind die Fähigkeit Wasser zu speichern und zu verdunsten, Schadstoffe zu filtern und Kohlenstoff zu binden. Die Wälder unserer Erde sind CO2 Senken, können sie diese Funktion nicht mehr wahrnehmen, verbleibt eine größere Menge davon in der Atmosphäre, was wiederum zu höheren Temperaturen führt und damit den Klimawandel zusätzlich verstärkt. Die Veränderung der Bodenstruktur bzw. Bodennutzung zum Beispiel nach Abholzung und Versiegelung verstärkt bei Extremwetterlagen Dürre bzw. Überschwemmungen. 

Was tun?

Strategisches Flächenmanagement ist die Grundlage, um Böden nachhaltig zu nutzen und den Bodenverbrauch zu reduzieren. Dazu gehören verbindliche Zielwerte für die Erhaltung produktiver Böden, Bodenfunktionsbewertungen, aktive Wiedernutzung von Leerstand und Brachflächen, Festlegung von Siedlungsgrenzen, Vorrangflächen für die landwirtschaftliche Produktion und für Hochwasser-Rückhaltung sowie den Schutz ökologisch wertvoller Gebiete.

Definition Klimakipppunkt vs Erdüberlastungstag?

Die Planetaren Grenzen beschreiben ein Abhängigkeitskonzept zur Bewertung der Erdgesundheit. 

Die Klima Kipppunkte sind wichtige Indikatoren der Erdsystemforschung, die ab einem bestimmten Punkt beschleunigende Wirkung auf die Erderwärmung haben. 

Der „Earth Overshoot Day“ beschreibt den Tag im Jahr, an dem die Menschheit mehr nachwachsende Ressourcen verbraucht hat, als der Planet im gesamten Jahr reproduzieren kann.

Pamela Hölzl
Pamela Hölzl

Gemeinderätin

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