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14.06.2022 Allgemein

„­Nie wie­der­“ darf nie­mals zur lee­ren Phra­se wer­den

Gedenkfeier in Thalheim

Erstmals offizielles Gedenken der Gemeinde auch in Thalheim auf Initiative der Grünen hin.

Die Tage von Ende April bis Mitte Mai stehen traditionell im Zeichen des Gedenkens der Kapitulation der Wehrmacht und dem Ende des Nazi-regimes in Österreich. Vor 77 Jahren endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht die NS-herrschaft auch in Österreich, spätestens zu diesem Zeitpunkt kam das wirkliche Ausmaß des Unrechtssystems zum Vorschein.
Auch die Region rund um Wels war für tausende Menschen die Hölle auf Erden. Zu tausenden wurden sie in so genannten Todesmärschen von Mauthausen und Gusen nach Gunskirchen getrieben. Die Anweisungen an die Wachmannschaften und die rekrutierten Polizisten war klar: wer nicht mehr gehen konnte, die oder der wurde liquidiert. Wer es bis nach Gunskirchen geschafft hatte, wurde sich selbst und seinem Schicksal überlassen. Hunger, Entkräftung, Folter und Krankheiten taten das ihre, und sorgten so dafür, dass Gunskirchen zu einem Todeslager für tausende Jüdinnen und Juden, für alle Opfergruppen des NS-Terrors wurde.
Die Todesmärsche führten auch über Thalheimer Gemeindegebiet durch die Lange Gasse weiter über die Traun nach Wels. Dabei kamen in der Marktgemeinde 15 Menschen um, die hier begraben wurden. „Wir haben letztes Jahr als Gemeinderatsfraktion der ermordeten Menschen erstmals gedacht, und Bürgermeister Stockinger den Vorschlag unterbreitet, dass dieses Gedenken von der Gemeinde ausgehen sollte. Umso mehr freut es mich, dass dieser Vorschlag aufgenommen wurde, und es heuer erstmals am 5. Mai, dem Tag der Befreiung des KZ Mauthausen, ein solches offizielles Gedenken am Friedhof Thalheim beim Todesmarsch-Denkmal gab. Nur wenn wir bewusst der Opfer von damals gedenken, geraten diese nicht in Vergessenheit. Wer die Geschichte nicht kennt, der ist verurteilt sie wieder zu erleben.“, so der Grüne Vizebürgermeister Thalheims NAbg. Ralph Schallmeiner.
Das Gedenken in Thalheim reiht sich in die Liste der Gedenkveranstaltungen in der Region ein, und soll so mithelfen, dass die Opfer niemals vergessen werden. „Wir haben vor 77 Jahren „Nie wieder!“ geschworen. Dazu gehört auch das stete Gedenken, egal ob im Kleinen wie bei uns in Thalheim, oder so wie heute in großer Runde im Wald von Gunskirchen und Edt am Ort des Grauens im Jahr 1945. Der Schwur von damals darf niemals eine leere Phrase werden. Daher sind diese Gedenken auch so wichtig.“, so Schallmeiner abschließend.
Ralph Schallmeiner

Abgeordneter zum Nationalrat
Bezirkssprecher

Vizebürgermeister

ralph.schallmeiner@gruene.at
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