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21.03.2021 Allgemein

Neu im Team der Grü­nen See­wal­chen

Bernhard Strauch und Willi Katamay

Hans Ebner traf Willi Katamay und Bernhard Strauch, um über die ersten Wochen ihrer Tätigkeit bei den Grünen zu sprechen.

Hans:             Willi, Bernhard, danke für eure Zeit zu diesem Gespräch.

Gleich zu Beginn, was hat euch dazu bewogen, sich bei den Grünen in der Gemeindepolitik zu engagieren?

Willi:              Meine Lebenssituation als Pensionist erlaubt es mir, mich mehr in der Gemeinde zu engagieren. Ich bin auch der Ansicht, dass es nicht reicht, immer nur zu nörgeln, und daher möchte ich mich selbst einbringen. Außerdem habe ich einige Erfahrung und lebe schon sehr lange in Seewalchen, liebe Seewalchen und möchte Seewalchen mitgestalten.

Bei den Grünen engagiere ich mich, weil ich mich dort am wohlsten fühle, ich sehr stark meine Meinung und meine Wünsche unterbringen kann und mich nicht nach irgendwelchen Parteivorgaben richten muss.

Bernhard:       Ich kann dem Gesagten nur zustimmen. In der heutigen Zeit müssen wir uns mehr engagieren. Wir müssen mehr Präsenz zeigen und können nicht mehr einfach nur dasitzen und andere Personen machen lassen. Wir sehen das in einigen Ländern, Stichwort USA und Donald Trump.

Die Grünen sind für mich noch eine der Parteien, wo man am ehesten seine Ideen umsetzen kann und wo das Abstimmungsverhalten noch offen ist. Zudem sind die Grünen die ersten, die sich um das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit gekümmert haben. Themen wie Radwege und Energie stehen ganz oben.

Willi:              Ich möchte anmerken, dass mein ökologischer Fußabdruck noch nicht gut ist.

Bernhard:      Meiner auch nicht.

Willi:              Es ist trotzdem wichtig, sich dafür einzusetzen, um nicht nur seinen eigenen Fußabdruck zu verbessern, sondern auch mit der Intention, die eigenen Erfahrungen in die Gemeindepolitik einzubringen.

Bernhard:      Ich bin heute noch nicht „total ökologisch“. Es geht aber darum, dass wir Methoden und Wege finden, wie wir weniger Co2 verbrauchen und mehr für die Umwelt tun. Da brauchen wir innovative Lösungsansätze, auch auf Gemeindeebene. Es geht hier nicht nur um Bundespolitik, sondern auch um kleinere Bereiche.

Hans:             Ihr beide seid ja Vertreter der Grünen im Wirtschaftsausschuss. Was wollt ihr beide hier erreichen?

Bernhard:      Ich selbst komme aus der Wirtschaft. Ich habe 30 Jahre für Konzerne und in verschiedenen Ländern gearbeitet. Dabei konnte ich viel Erfahrung sammeln. Ich bin der Ansicht, dass diese Erfahrung auch auf Gemeindepolitik anwendbar ist. Das beginnt bei den ersten Themen, die wir hatten: was macht einen guten Wirtschaftsstandort Seewalchen aus, wie können wir den weiterentwickeln und was können wir dafür tun. Da kann ich sicherlich einen Beitrag leisten, da dies Teil meines Berufes war.

Willi:              Mir geht es ähnlich. Ich will mich mit meiner Erfahrung und meinem Wissen einbringen. In dem Sektor Wirtschaft habe ich die meiste Erfahrung gesammelt. Ich war ja selbst Unternehmer.

Hans:             Ihr kommt beide aus der Wirtschaft, wie geht es euch mit der Arbeit in der Politik?

Willi:              Ich habe immer für kleinere Unternehmen gearbeitet. Wir konnten schnellere Entscheidungen treffen, es waren immer kurze Wege. Jetzt in der Politik ist es um einiges mühsamer und schwieriger, zu Entscheidungen zu kommen. In der Politik muss man auf viel mehr Meinungen und Ansichten Rücksicht nehmen.

Bernhard:      Dem kann ich nur zustimmen. Auch in einem größeren Konzern sind wir manchmal viel schneller zu Entscheidungen gekommen. Konzerne sind aber hierarchisch organisiert, und in der Politik wollen wir einen Konsens erreichen. Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden. Eines der Probleme mit der gemeinsamen Lösung ist, dass dies nicht immer die bessere sein muss. Es gibt sicherlich Situationen, wo es eine „bessere“ Lösung gibt, die aber im Sinne des Konsenses nicht umgesetzt wird.

Willi:              In diesem Zusammenhang sollten wir erwähnen, dass ich sehr positiv überrascht bin, mit welchem Einsatz und mit wieviel Zeit an den Themen der Gemeinde gearbeitet wird. Dies geschieht ja freiwillig und unentgeltlich. Zwischen den Parteien, trotz all der unterschiedlichen Standpunkte, herrscht ein sehr gutes Gesprächsklima und eine gute Zusammenarbeit.

Bernhard:      Das hat mich auch überrascht. Es herrscht ein unglaublich gutes Gesprächsklima. Man hört einander zu und toleriert die anderen Ansichten. Es opfern sehr viele Menschen im Hintergrund ihre Zeit zum Wohle der Gemeinde. Dies ist in der Bevölkerung gar nicht sichtbar.

Hans:             Was sind für euch drei wichtige Sachen für Seewalchen in den nächsten Jahren?

Willi:              Eine wesentliche Aufgabe des Ausschusses ist es ja, die Wirtschaftskraft von Seewalchen zu stärken bzw.    Betriebe anzusiedeln. Der Raum in Seewalchen ist begrenzt und deshalb sollten wir schauen, dass wir Betriebe finden, die zu Seewalchen passen. In diesem Zusammenhang musste ich feststellen, dass die Gemeinde Seewalchen, also die öffentliche Hand, keine Betriebsgrundstücke zur Verfügung hat. Somit entscheiden die privaten Grundeigentümer, an wen verkauft wird. Vielleicht können wir als Gemeinde aktiv werden, sei es mittels Diskussionen und Kommunikation mit den Eigentümern von möglichen Betriebsgrundstücken.

Bernhard:      Eines meiner wichtigen Themen ist die Herstellung von Transparenz, auch gerade bei den Themen hinsichtlich Wirtschaft. Es muss eine breite Information hinsichtlich der möglichen und laufenden Projekte sowie der Anfragen geben. Ich selbst bin ja auch im Prüfungsausschuss tätig und hier geht es mir auch um die Transparenz bei den Rechnungsabschlüssen und den damit im Zusammenhang stehenden Ausgaben und Einnahmen. Zweites wichtiges Thema ist die Beteiligung der Bürger an den Themen und Projekten der Gemeinde auch mittels elektronischer Hilfsmittel. Darunter fällt auch die Einbeziehung der Unternehmer in Seewalchen in die Überlegungen zum Wirtschaftsstandort.

Willi:              Transparenz ist auch bei der Ansiedlung von neuen Betrieben wesentlich. Welche Betriebe wollen sich ansiedeln bzw. fragen bei der Gemeinde hinsichtlich einer möglichen Ansiedlung an. Hier erhalten wir derzeit keine Informationen. Wir wollen eher Betriebe ansiedeln, die ein nachhaltiges Geschäftsmodell haben. Wir wollen versuchen, die Betriebe zu „ökologisieren“. Ziel muss sein, die Betriebe hierbei zu unterstützen unter anderem bei der Umstellung auf erneuerbare Energien.

Hans:             Euch beiden Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei Eurer Arbeit.

Interview geführt von Hans Ebner am 14.03.2022

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