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20.06.2022 Allgemein

Na­tur­Gas En­ger­witz­dorf - NGE

NGE Naturgasanlage Engerwitzdorf

Herr Mairhofer, vor 9 Jahren haben wir uns schon einmal hier getroffen und die Anlage besichtigt. Wie läuft es jetzt? Hat sich etwas verändert?

Die Anlage läuft nach wie vor sehr gut. Natürlich sind nach mehr als 10 Jahren auch Reparaturen notwendig. Wir haben aber viel an Erfahrung gewonnen. Die Zusammensetzung der verwendeten Biomasse hat sich etwas verändert. Wir verwenden nach wie vor ca. 25% Gülle, aber wir konnten den Anteil an Getreidepflanzen auf 50% reduzieren. Die restlichen 25% sind alternative Stoffe wie Rasenschnitt, Pferdemist und andere Abfälle. 

 

Profitieren die NGE von den gestiegenen Gaspreisen? 

Nicht direkt.  Die Gasaufbereitungsanlage wird von der OÖ Ferngas betrieben. Wir bekommen ja schon Förderpreise, die sind indexgekoppelt. Spannend wird es erst, wenn die Anlage in etwa 3 Jahren abbezahlt ist und die jetzigen Förderpreise neu verhandelt werden. Die Anlage würde auch etwa 30-50% mehr Rohgas produzieren können, das wird aber durch die Aufbereitungsanlage begrenzt. Wir hoffen, dass die OÖ Ferngas angesichts der hohen Gaspreise noch Interesse an einer Erweiterung entwickelt.

 

2019 gab es viele Beschwerden wegen starker Geruchsbelästigung.

Richtig. Da kamen einige ungünstige Dinge zusammen. Zum einen Probleme bei der Entschwefelung, zum anderen Gasaustritt bei der Aufbereitungsanlage. Das wurde behoben und wir haben den Rohgasspeicher erneuert. Neben jährlichen Inspektionen gibt es alle 5 Jahre eine große Sicherheitsprüfung durch das Land. 

 

Die Anlage produziert etwa 10 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie pro Jahr. Wie viel Energie wird für den Betrieb gebraucht?

Wir brauchen eine ganze Menge Strom für die Beschickung und die Rührwerke, in etwa 150.000 kWh pro Jahr mit starken Stromspitzen. Deshalb haben wir 2021 eine PV-Anlage mit einer Leistung von 100 kWp und einen Stromspeicher mit 100 kWh Kapazität in Betrieb genommen. Damit können wir etwa 100.000 kWh selbst produzieren und gleich verbrauchen. Das spart uns am Ende Geld und fängt die Spitzen gut ab. Wir hätten gerne noch mehr installiert, aber es gibt viele Sicherheitsbeschränkungen.

 

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Eigentlich sind wir sehr zufrieden. Eine leichte Erhöhung der Produktion und ein guter zukünftiger Preis für das Gas wären natürlich wünschenswert. Außerdem wünschen wir uns etwas mehr Verständnis, auch wenn mal Probleme auftreten. Wir sind ein Teil auf dem Weg zur Unabhängigkeit von Gasimporten. 

 

Vielen Dank für das Gespräch. 

Wir wünschen viel Erfolg.

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