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20.06.2024 Allgemein

Kri­tik an Qua­li­tät der Wel­ser Ganz­ta­ges­schu­len

Schüler:innen sitzen locker beisammen und gestalten etwas

Nicht nur in Wels sondern in ganz Oberösterreich werden derzeit Horte geschlossen und die Nachmittagsbetreuung in den Schulen ausgebaut. Aktuell gibt es in Wels fast 1000 Ganztagesschulplätze und ca. 600 Hortplätze.

Die Welser Grünen machen auf ein massives Qualitätsproblem im Freizeitbereich der Nachmittagsbetreuung an den Schulen aufmerksam. Beschwerden seitens der Eltern häufen sich. Die Kinder sind oft sich selbst überlassen. Das Angebot an Aktivitäten ist gering. Für Lernhilfe gibt es keine zusätzlichen Ressourcen. Nicht selten spielen die Kinder am Handy. Selbst die Einhaltung der Aufsichtspflicht funktioniert oftmals nur dürftig.

„Sowohl besorgte Eltern als auch – aufgrund dieser Zustände – entmutigtes Personal haben sich in den letzten Monaten an uns gewandt.“ berichtet Parteisprecherin und Sozialpädagogin Miriam Faber. „Man nennt es zwar Ganztagesschule, tatsächlich handelt es sich aber lediglich um eine Aufbewahrung der Kinder im Schulgebäude.“

Das liegt vor allem am schlechten Personalschlüssel bei der GTS-Betreuung. Freizeitpädagog:innen müssen alleine die Betreuung von bis zu 25 Kindern stemmen. Das Personal verfügt oft nicht einmal über eine abgeschlossene pädagogische Ausbildung und ist überfordert. Die Bezahlung ist schlecht. Für pädagogische Fachkräfte ist dieser Job wenig reizvoll.

Die Grünen fordern eine Gesamtstrategie und konkrete Verbesserungen für die Schulen

Die Stadt verlangt nur das gesetzliche Mindestmaß an Personaleinheiten. Wo die Situation außer Kontrolle gerät, braucht es aber mehr und besser qualifiziertes Personal. Systeme müssen aufeinander abgestimmt werden, beispielsweise mittels Sozialmonitoring. Für die bestehenden Horte, die in Wels hervorragende Arbeit leisten, ist eine Bestandsgarantie notwendig.

„Jeder investierte Euro in die Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft. Die Schule ist ein wesentlicher Baustein für eine gelingende Integration.“ meint die grüne Gemeinderätin Hülya Yilmaz.

Gemeinderat und Sozialarbeiter Ralf Drack ergänzt: „Die gesellschaftlichen Konflikte haben sich in Wels massiv verstärkt. Im oberösterreichischen Zentralraum sind wir in vielen sozialen Belangen nach hinten gerutscht. Besonders an den Schulen ist die Situation sehr angespannt, da eine Gesamtstrategie fehlt und die Systeme überlastet sind. Es braucht einen ganzheitlichen Blick und beispielsweise eine Kinderbetreuungsstrategie. Wenn hier und jetzt nicht auf Qualität geachtet wird, werden die Probleme noch größer. “

Vorstandsmitglied und Pädagogin Eva Kalcher meint: „Die eigentliche Frage ist doch, welchen Stellenwert die Kinder in unserer Stadt haben.“

Die Grünen sehen vor allem Bürgermeister Andreas Rabl als Finanzreferenten und Vizebürgermeister Klaus Schinninger als Bildungsreferenten in der Pflicht. Beide setzen bei den Betreuungsplätzen nur auf Quantität und nicht auf Qualität.

Miriam Faber
Miriam Faber

Sprecherin der Grünen Wels, Fraktionsvorsitzende, Gemeinderätin

[email protected]
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