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08.07.2022 Allgemein

Ener­gie­wen­de

Strommast im Sonnenuntergang

Oft wird beim Thema Energiewende nur die elektrische Energie betrachtet und deren vollständige Erneuerbarkeit, die in wenigen Jahren Realität werden soll. Das sollte auch machbar sein, da der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung im Jahr 2019 in Österreich bereits 77% betrug.

Auch wenn der elektrische Strom in Zukunft eine wesentlich wichtigere Rolle als Energieträger spielen wird – etwa für E-Autos – muss der Gesamtenergieverbrauch sämtlicher Energieträger und Energiequellen (Primärenergie inkl. Öl, Kohle und Gas) für die Energiewende betrachtet werden. Wir benötigen gewaltige Energiemengen. 

Im Jahr 2020 verbrauchte Österreich 375 TWh Primärenergie. Das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 4000 Liter Öläquivalent. 

Davon wurden 65% (240 TWh) aus fossilen Energieträgern gewonnen. 33% (125 TWh) stammen aus erneuerbaren Energiequellen. Österreich kann als Land der Berge und Land am Strome 11,2% durch Wasserkraft erzeugen. Auch biogene Energien (Holz, Ethanol, Biogas, etc.) haben den hohen Anteil von 17,4%. Erschreckend gering ist der Anteil von 0,5% an Photovoltaikstrom und der Anteil an Windenergie von 1,8%.

 

Die Energiewende bedeutet, dass der Anteil fossiler Energieträger, der derzeit 65% beträgt, langfristig auf 0 reduziert wird. 

Die Wasserkraft ist in Österreich bereits ausgebaut und kann nur noch optimiert werden. Die Ressourcen für biogene Stoffe sind ebenfalls begrenzt und stehen teilweise auch in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion.

 

Wesentliches Ausbaupotential besitzen Photovoltaik und Windenergie. 

Das ist jedoch kein Grund zum Jubeln. Die erforderlichen Flächen und Investitionen, um nennenswerte Energiemengen zu erzeugen, sind massiv:

Um 1 TWh elektrischen Strom pro Jahr zu erzeugen, benötigen wir eine PV-Anlage mit 1000 MWp Leistung, die etwa 1 Mrd. Euro kostet und eine Fläche von etwa 10 km2 benötigt. Dazu kommt die saisonale Verschiebung zwischen Ertrag und Bedarf zwischen Sommer und Winter. 

Durch die vorgesehene Bestückung öffentlicher Gebäude in Perg mit Photovoltaik-Anlagen kann die eigene Produktion erhöht und das vorhandene Energienetz effizienter genutzt werden. 

 

Die Gründung der Energiegemeinschaft leistet auch damit einen Beitrag zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. 

Es bleibt trotzdem eine gewaltige Herausforderung – nötig ist ein kluger Energiemix aus Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermie kombiniert mit Energiesparen und einem intelligenten leistungsfähigen Stromnetz – aber es ist eine Chance für die Zukunft und für eine nachhaltige, erneuerbare und atomstromfreie Zukunft unserer Kinder.

Johannes Oppitz
Johannes Oppitz

Gemeinderat

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