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05.06.2026 Allgemein

Einkommenstransparenz-Richtlinie: Dringender Handlungsbedarf

Symbolbild Geldscheine

Wie tief muss die Ablehnung eines Werkzeugs sitzen, das die Einkommensschere merklich verkleinern würde

Bis übermorgen sollte die EU-Lohntransparenzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt sein. Entgeltunterschiede bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit würden damit offengelegt werden. Werden sie aber nicht. Weil sich die Regierungsparteien nicht einigen konnten, gibt es keine Gesetzesvorlage und damit kein Gesetz.

„Eine Schande ist das. Wie groß muss die Angst in manchen Wirtschaftskreisen sein, dass man diese Selbstverständlichkeit mit aller Kraft verhindert. Wie tief muss die Ablehnung eines Werkzeugs sitzen, das die Einkommensschere merklich verkleinern würde. Und wo sind die politischen Entscheidungsträgerinnen hier im Land, die gegen dieses Versagen aufzeigen. Denn es ist eine nationale Nicht-Entscheidung, die sehr wohl nach Oberösterreich ausfranst. Auch hier wurde dagegen mobilisiert, dies geduldet und auch unsere Initiativen für die Richtlinie in Landtag von Schwarz-Blau abgedreht. Wir bleiben mit aller Kraft dran, denn aufgehoben ist nicht aufgehoben“, kündigt die Grüne Frauen-und Wirtschaftssprecherin LAbg. Dagmar Engl an.

Bei rund 18 Prozent liegt die Einkommensdifferenz in Österreich, das weiterhin zu den Ländern mit besonders hoher Lohnlücke zählt. Der EU-Schnitt liegt hier meilenweit entfernt bei rund 11%. Deftig ist vor allem, dass Oberösterreich selbst im schlecht abschneidenden Österreich noch im negativen Spitzenfeld liegt: Bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung verdienen Männer hier im Schnitt rund 12.900 Euro beziehungsweise 23,7 Prozent mehr pro Jahr als Frauen. Das ist nach Vorarlberg der zweithöchste Wert. “Das liegt nicht nur an der hohen Teilzeitrate, den typisch schlechter bezahlten typischen Frauenjobs. Es liegt auch daran, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen. Das ist Faktum, jeder weiß es, aber wenn man hingreift, verbrennt man sich die Finger. Es wäre nichts dabei, zumindest einmal Klarheit durch Transparenz reinzuholen, um überhaupt darüber sprechen zu können”, so Engl.

Dagmar Engl
Dagmar Engl

Landtagsabgeordnete und Stellvertretende Landessprecherin

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