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24.06.2022 Presse

Ein be­schä­men­der Aus­schuss-Tag für den Rad­ver­kehr in OÖ

Symbolbild Fahrrad

Zusatzkosten für Autobahnabfahrt Dornach abgenickt, dafür dortiger Radwegebau verschoben und Grüner Antrag auf Radoffensive in OÖ abgelehnt

„Wenn Autos mehr Platz und Geld brauchen, muss das Rad weichen. Extra krass hat sich das im gestrigen Ausschuss bestätigt. Nicht nur, dass die Autobahn-Abfahrt in Dornach massiv teurer wird und Schwarz-Blau die Zusatzkosten abgesegnet hat. In einem Aufwisch hat man gleich den dort geplanten Radwege-Bau auf Irgendwann verschoben. Und schon einmal dabei, hat die Koalition auch noch unseren Antrag auf eine grundsätzliche Radoffensive im Land abgelehnt. Ein beschämendes Potpourri an Ignoranz gegenüber dem Radverkehr und den Radler:innen in Oberösterreich. Es zeigt, was von den Radbekenntnissen der Verantwortlichen zu halten ist“, kritisiert die Grüne Mobilitätssprecherin LAbg. Dagmar Engl.

 

Kein Wunder, dass die Schieflage eklatant ist: Laut aktueller OÖ. Verkehrserhebung werden 69 Prozent der Wege mit dem motorisierten Individualverkehr, neun Prozent mit dem öffentlichen Verkehr und nur sechs Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Zudem sinkt der Radverkehrsanteil in OÖ, während er in anderen Bundesländern, Städten bzw. Gemeinden steigt und diese massiv in den Ausbau investieren. „Radfahren wird von den Landesverantwortlichen als Hobby gesehen und nicht als wichtiger Teil der Mobilitätswende. Als klimaschützendes und stauminderndes Verkehrsmittel. Bekenntnisse und Pläne gibt’s genug, im Zweifelsfall wird aber der PKW-Verkehr serviciert und nicht das Rad“, meint Engl.

Solche Entscheidungen sind gerade für den städtischen Bereich fatal und kurzsichtig. Expert:innen schätzen, dass sich in Zentralräumen bis zu 30 Prozent der PKW-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Laut Landesradverkehrskonzept sollen bis 2025 zehn Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dafür müssten man Radwege attraktivieren, ein dichtes Radwegenetz schaffen, sichere Landesradwege entlang von Landesstraßen und Hauptradrouten sowie breite und kreuzungsfreie Wege. „Genau das steht in unserem Antrag, den Schwarz-Blau abgelehnt hat. Man ist untätig und verschiebt eigentlich festlegte Radprojekte. Dass im Zweifelsfall dem Radausbau der Vorrang gegeben wird, ist in Oberösterreich nach wie vor Science-Fiction“, betont Engl.

Dagmar Engl
Dagmar Engl

Parteiobfrau

Gemeindevorstand

Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Lebensraum

Landtagsabgeordnete

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